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Eskalation in Ostafrika

Kriegsrhetorik zwischen Äthiopien und Eritrea

Foto: Ben Curtis/AP/dpa
Kriegsgebiet: Äthiopische Soldaten auf einer Straße in der Region Tigray (8.5.2021)

Addis Abeba. Die Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea haben sich durch einen verbalen Schlagabtausch und Kriegsrhetorik zwischen den beiden Nachbarländern weiter verschärft. Der eritreische Informationsminister Yemane Gebremeskel warf dem äthiopischen »Regime« am Freitag via X vor, es führe seit mehr als drei Jahren einen »nicht provozierten Angriffskrieg gegen Eritrea«. Der äthiopische Außenminister Gedion Timothewos hatte zuvor erklärt, die Stationierung eritreischer Soldaten in der nordäthiopischen Grenzregion Tigray sei ein »klarer Akt der Aggression, der die Ausübung des äthiopischen Rechts auf Selbstverteidigung rechtfertigt«. Ein Schreiben war am Donnerstag an die französische Vertretung bei den Vereinten Nationen geschickt worden. Aus Diplomatenkreisen wurde der Nachrichtenagentur AFP bestätigt, dass das Dokument an alle Mitglieder des UN-Sicherheitsrats geleitet worden sei. Aus »Sicherheitskreisen« erfuhr AFP, dass sich Schätzungen zufolge bis zu 8.000 eritreische Soldaten in der nordäthiopischen Region Tigray befinden.

Ende vergangener Woche hatten äthiopische Regierungstruppen im Tigray-Konflikt offenbar die volle Kontrolle über die Hauptstadt der Region übernommen. Die Führung und die Milizen der autonomistischen Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) hatten Mekele verlassen. Die Kämpfe im Norden Äthiopiens waren am 23. September wieder aufgeflammt. Die TPLF startete Angriffe in den an Tigray angrenzenden Provinzen Amhara und Afar, wurde aber von Regierungstruppen und verbündeten Milizen zurückgedrängt. Äthiopien wirft Eritrea, dem Sudan und Ägypten vor, die TPLF zu unterstützen. Die drei Länder weisen dies zurück. Äthiopien wiederum sieht sich Vorwürfen ausgesetzt, die RSF-Miliz im Sudan zu unterstützen.

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Die TPLF hatte in Äthiopien seit dem Sturz des sozialistischen Staatschefs Mengistu Haile Mariam 1991 im Rahmen des EPRDF-Parteienbündnisses großen Einfluss, verlor mit dem Aufstieg von Ministerpräsident Abiy Ahmed aber ihren Einfluss auf die Zentralregierung. Im April vertrieb sie die von der Zentralregierung eingesetzte Verwaltung aus Tigray und übernahm dort faktisch wieder die Kontrolle. Im Krieg zwischen der äthiopischen Armee und der TPLF von November 2020 bis November 2022 sind nach Schätzungen der Afrikanischen Union möglicherweise mehr als 600.000 Menschen getötet worden. (AFP/jW)

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Erschienen am 10.10.2026, Ausland

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