-
08.10.2026, 18:25:11
- → Inland
Burnham bietet Merz Kampfjetkooperation an
Berlin. Der britische Premierminister Andy Burnham hat Bundeskanzler Friedrich Merz bei seinem Antrittsbesuch in Deutschland überraschend die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets angeboten. Konkret geht es um den Einstieg Deutschlands in das sogenannte GCAP-Programm, an dem auch schon Japan und Italien beteiligt sind. Er habe seine »Offenheit signalisiert, dass sich Deutschland an GCAP, dem Kampfflugzeug der nächsten Generation, beteiligen kann«, sagte Burnham bei seinem Treffen mit Merz im Kanzleramt am Donnerstag.
Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, die Verteidigungsminister seien mit der Prüfung einer Kooperation beauftragt worden. Es wurde aber gleichzeitig betont, dass das weder eine Entscheidung noch eine Vorentscheidung sei.
Das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS war in diesem Sommer gescheitert, weil sich beide Seiten nach jahrelangen Vorbereitungen nicht auf die Konditionen einigen konnten. Seitdem läuft die Suche nach einer Alternative. Bisher galt eine Kooperation des Airbus-Konzerns mit dem schwedischen Rüstungsunternehmen Saab als wahrscheinlichste Variante.
Die Verteidigungskooperation ist Teil des neuen deutsch-britischen Freundschaftsvertrags, den Merz und Burnham mit dem Austausch der Ratifizierungsurkunden im Kanzleramt in Kraft setzten. Er war bereits im Juli 2025 beim Antrittsbesuch des Kanzlers in London unterzeichnet worden. Damit soll auch die Zusammenarbeit in der Wirtschaftspolitik, bei der Eindämmung von Migration und der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität vertieft werden.
Merz sprach von einem historischen Tag. Der Vertrag eröffne neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit beider Länder, nachdem Großbritannien leider die Europäische Union verlassen habe. Burnham stimmte zu. »In herausfordernden Zeiten, und es sind herausfordernde Zeiten, brauchen wir eine Zusammenarbeit von höchster Güte mit unseren engsten Partnern, und Deutschland ist in der Tat einer unserer engsten Partner«, sagte der Premierminister.
Als erster britischer Premier seit dem Brexit hatte Burnham in der vergangenen Woche konkret von der Möglichkeit zur Rückkehr in die EU gesprochen. Der Weg dahin wäre auch bei einer Entscheidung für entsprechende Gespräche weit. (dpa/jW)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 3,0
