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05.10.2026, 18:08:28
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Apothekerkammer lässt Geld bei DocMorris pfänden
Köln/Heerlen. Im Dauerclinch mit alteingesessenen Apothekern hat der Onlinekonkurrent DocMorris einen Rückschlag hinnehmen müssen, berichtete dpa am Montag. Wie die Apothekerkammer Nordrhein mitteilte, veranlasste sie in den Niederlanden Vollstreckungsmaßnahmen über 110.000 Euro. DocMorris habe gegen rechtskräftige deutsche Urteile verstoßen. Zuvor hatten die Pharmazeutischen Zeitung (PZ) und andere Medien berichtet.
Schon vor Jahren hatte DocMorris Gerichtsverfahren in Stuttgart verloren, in denen es um die Art und Weise von Werbung samt Rabatten ging. Trotz der Gerichtsniederlagen machte DocMorris nach Ansicht der Kläger weiter, woraufhin die Kläger Ordnungsgelder in Deutschland beantragten - das aber verlief im Sande. Daraufhin setzten die deutschen Apotheker in einem Gerichtsverfahren in den Niederlanden durch, dass dort gepfändet wurde. In erster Instanz waren die deutschen Apotheker erfolgreich, woraufhin gepfändet werden konnte.
Das Urteil stärke einen zentralen rechtsstaatlichen Grundsatz, hieß es von der Apothekerkammer Nordrhein. »Rechtskräftige gerichtliche Entscheidungen dürfen nicht dadurch ins Leere laufen, dass sich ein Unternehmen auf seinen Sitz in einem anderen Mitgliedstaat der Europäischen Union zurückzieht.« Wer gerichtliche Urteile missachte, müsse auch die daraus folgenden Ordnungsgelder bezahlen.
DocMorris teilte auf Anfrage mit, es handele sich »lediglich um die Durchsetzung administrativer Ordnungsgelder«. Der isolierte Rechtsstreit aus dem Jahr 2020 habe keine strategische Relevanz. »Dies hat keinerlei Auswirkungen auf die operative Geschäftstätigkeit oder die finanzielle Stabilität von DocMorris.« Man habe dennoch entschieden, Berufung einzulegen, um die Rechtslage in dieser Angelegenheit abschließend klären zu lassen. (dpa/jW)
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