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Wir müssen reden
Es gibt viele Themen, die den Fußball bewegen, doch ein Thema hat Fans und Vereine zuletzt besonders beschäftigt – die Polizeikosten. Würden sie auch auf die Vereine umgelegt, würden die in ihren Grundfesten erschüttert und mit ihnen selbstverständlich Mitglieder und Fans. Vor allem die Äußerungen von DFB-Präsident Bernd Neuendorf, der DFB wolle sämtliche Kosten, die von der Polizei an den Verband herangetragen werden, an die Vereine weitergeben, haben für rege Diskussionen unter den Fans gesorgt. Es ist ja offensichtlich: Trifft der DFB so eine Entscheidung, werden ihm Regional- und Landesverbände für ihre Wettbewerbe nachfolgen.
Vereine und Fans waren und sind sich darüber einig, dass man in der Sache das Gespräch suchen muss. Polizei und Law-and-Order-Politiker setzten freilich lieber auf Konfrontation. Da aber auch innerhalb der Polizei der Unmut immer größer wird, Ressourcen und Kosten begrenzt sind, ändert Team Blau derzeit seine Meinung. Erinnern wir uns an die Stadionallianzen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen vor einigen Jahren, die zu einem geringeren Polizeiaufgebot bei den Spielen führten und, wichtiger noch, nicht zu mehr Gewalt. Bekannt wurde nun kürzlich, dass diese Idee eines geringeren Polizeikontingents in den unteren Ligen wie der Regionalliga Nordost, geführt vom Regionalverband NOFV, Gestalt angenommen hat.
Dazu muss man wissen, dass es im Nordosten der Fußballandschaft schon länger ein Pilotprojekt zwischen Polizei und sächsischen Regionalligavereinen gibt. Aus dem sächsischen Innenministerium heißt es, dass man »aufgrund der positiven Gespräche mit den Vereinen und Fanszenen« die Zahl der Beamten deutlich reduziert und »positive Erfahrungen gesammelt« habe. Selbst bei brisanten Derbys wie Chemnitz gegen Zwickau. Aha – es geht also doch, mit Vereinen und Fanszenen zu sprechen. Und positive Ergebnisse zu erzielen. Weniger Polizei bedeutet eben nicht automatisch mehr Randale. Eher ist das Gegenteil der Fall. Im Umkehrschluss heißt das wohl, dass die Polizei erheblich zur Eskalation beiträgt. Daraus folgt was? Spricht die Polizei mit Fans und Vereinen, klappt es auch mit der Deeskalation.
»Sport frei!« vom Fananwalt.
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