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Nachschlag: Stifter in Öl

→ Bob Ross: The Joy of Painting. Do., 0.35 Uhr, ARD Alpha

Foto: IMAGO

Bob Ross Paintings, kennste eins, kennste alle. Brave Fluchtpunkte, goldene Schnitte, gesättigte Farben, verschwommen durch Nass-in-Nass-Technik, doch nie so, dass es impressionistisch ­wurde. In den Landschaften dieses Landschaftsmalers lebt nichts. Nur die florale Natur selbst, kein Mensch, kein Tier, womit der Gegensatz fehlt von Natur und denen, die in ihr zurechtkommen müssen. Natur entkleidet von Widersprüchen, Szenarien ohne Implikationen. Daher vermutlich hat man ihn oft bespottet und weithin uninteressant gefunden. Gemälde wie vom Fließband, durchnumeriert, KI-generiert müsste man heute sagen. Sein größtes Kunstwerk war ohnehin er selbst. Aus der Idee, dass jeder malen kann – genauer, dass jeder wie Ross malen kann –, entstand ein Geschäftsmodell. Ab 1981 ging er auf Tour, hatte eine eigene Sendung, verkaufte Malwerkzeug und Bücher mit Malanleitungen. Machte ein Vermögen mit dem Nachweis, dass er ersetzbar ist. Diese Abwesenheit künstlerischer Identität, die ein Gemälde von einer Abbildung unterscheidet, wurde seine Identität. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.10.2026, Seite 14, Feuilleton

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