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Horn von Afrika

Israel stützt Addis Abeba

Tel Aviv stellt sich hinter Anspruch auf Meerzugang

Foto: Obtained by REUTERS
Der Sitz des Regionalfernsehsenders in Tigray wird bei einem Drohnenangriff zerstört (Mekele, 27.9.2026)

Es ist kein gutes Zeichen für die Region: Israel hat der äthiopischen Regierung in Addis Abeba erneut seine Unterstützung im Ringen um einen Zugang zum Roten Meer zugesichert. Und das inmitten eines inneräthiopischen Krieges, der sich über die Landesgrenzen auszuweiten droht. »Wir haben über die Bedeutung der Einheit und Stabilität Äthiopiens sowie über unser gemeinsames Interesse an der Wahrung von Frieden und Stabilität am Horn von Afrika gesprochen«, erklärte der israelische Außenminister Gideon Saar im Anschluss an das Gespräch mit seinem Amtskollegen Gedion Timotheos vom Dienstag. Weitere Details wurden nicht bekannt, die telefonische Zusammenkunft erfolgte aber nahezu unmittelbar an ein symbolträchtiges Vierertreffen Eritreas, Ägyptens, Sudans und Somalias samt gemeinsamer Erklärung am Sonntag.

Während in der »Erklärung von Al-Alamein« neben der Ablehnung einer »Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Länder der Region unter welchem Vorwand auch immer« auch die alleinige Zuständigkeit der Anrainerstaaten bei der Verwaltung des Roten Meeres bekräftigt wurde, soll Israels Unterstützung signalisieren, dass Addis Abeba diplomatisch nicht isoliert ist. Schon Mitte September hatte sich der israelische Botschafter in Äthiopien, Avraham Neguise, klar hinter den von Premier Abyi Ahmed gebetsmühlenartig wiederholten Anspruch gestellt, das Land brauche einen direkten Zugang zum Roten Meer. Nach seiner im Sommer erneut gesicherten Macht – mit einer Wahl, bei der in den Konfliktregionen gar nicht mit abgestimmt werden konnte – hat Ahmed dies am Montag bei seiner Vereidigung ebenfalls zum Thema gemacht. »Auf der Grundlage des Prinzips des Gebens und Nehmens werden wir uns mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Äthiopien einen Zugang zum Meer erhält.« Allerdings haben weder Eritrea, Somalia noch Dschibuti damit ein Problem, solange dahingehende Vereinbarungen die territoriale Souveränität respektieren. Die Anerkennung der abtrünnigen Provinz Somaliland durch Israel dürfte nicht dazu gehören.

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Parallel zu diesen diplomatischen Entwicklungen läuft der Krieg gegen die jüngst ausgerufene »Allianz der äthiopischen Volkskräfte für das Überleben«, die seit dem 23. September eine bewaffnete Offensive gegen Ahmed führt, weiter. Und die Kämpfe, die sich bislang noch auf die nördlichen Bundesstaaten Tigray, Amhara und Afar beschränken, fordern zunehmend zivile Opfer. So meldete Africa News, dass Kinder in einem Krankenhaus in Tigray am Dienstag wegen Beinverletzungen und abgerissenen Gliedmaßen behandelt werden mussten, nachdem es heftige Bombardements durch die äthiopischen Streitkräfte gegeben hatte. AFP meldete am Sonntag mindestens acht Tote – darunter ein Kind und ein Helfer – in einem Vertriebenencamp. Zudem seien vergangene Woche mindestens 33 Kinder durch Artillerieangriffe auf die Städte Maychew und Alamata schwer verwundet worden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.10.2026, Seite 7, Ausland

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