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Fußballrealität

Nichts zu gewinnen

Debrecen. Das Spiel gewonnen, die ersten drei Punkte geholt – doch die Freude darüber war in Irland nach dem politisch aufgeladenen Nations-League-Duell mit Israel stark gebremst. »Irland besiegt Israel in einer trostlosen Farce, die bei allen ein Gefühl der Bitterkeit und des Verrats hinterlässt«, schrieb die Irish Times in einem Kommentar. Die Zeitung Irish Independent urteilte: »Punkte geholt, aber kaum etwas gewonnen.«

Beim 3:0-Sieg im ungarischen Debrecen waren die Iren mit schwarzen Armbinden aufgelaufen, »um all derer zu gedenken, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben«, wie es vor dem Anpfiff mit Blick auf den Gazakrieg hieß. Bei der israelischen Hymne hielten die Iren ihre Köpfe gesenkt, zudem gab es keinerlei Abklatschen vor oder nach dem Spiel. Jack Moylan, Torschütze zum 3:0, zog nach seinem Treffer die Armbinde ab und küsste sie. Die Mannschaft hatte in den Tagen vor dem Spiel sogar einen Boykott erwogen, sich bis auf Ersatztorwart Gavin Bazunu letztlich aber dagegen ausgesprochen. Seitens des Verbandes war ein Boykott offenbar nie ein Thema gewesen. Israels Torhüter Daniel Peretz wähnte nach dem Spiel: »Das alles beruht auf Unwissenheit.« Fragt sich nur, wer da was nicht wissen will. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 29.09.2026, Seite 16, Sport

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