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Archäologie

Immer diese Gallier

Ein Fund aus der Zeit der Gallier könnte neues Licht auf die Anfänge von Paris werfen. Unter dem Hôtel-Dieu, einem historischen Krankenhaus auf der Île de la Cité nahe der Kathedrale Notre-Dame, haben Archäologen einen rund 20 Meter langen Wall aus Stein und Holz entdeckt. Der Fund stammt aus der Zeit der Gallier und könnte zu Lutetia, der gallischen Siedlung auf dem Gebiet des heutigen Paris, gehört haben, die Julius Cäsar in seinem Bericht über die Eroberung der Stadt im Jahr 52 vor Christus erwähnt. Bislang war nicht eindeutig geklärt, wo das gallische Lutetia lag – und damit, wo die Wurzeln des späteren Paris zu suchen sind. Das gallische Lutetia ist vor allem aus den Schriften Julius Cäsars bekannt. Er beschrieb eine Siedlung auf einer Insel in einer Schleife der Seine, die über Brücken erreichbar war. Das könnte zur Île de la Cité passen. Archäologische Funde in Nanterre westlich von Paris hatten jedoch auch diese Gegend als möglichen Standort des gallischen Lutetia ins Spiel gebracht. Nun könnte der neue Fund Bewegung in das alte Rätsel bringen. Denn der Wall passt nicht nur geographisch ins Bild. An der Mauer wurden auch Spuren eines Brandes entdeckt. Cäsar berichtet, dass die Gallier ihre Anlagen vor der Schlacht von Lutetia im Jahr 52 vor Christus selbst in Brand gesetzt hätten. Ein Zusammenhang wäre bemerkenswert – bewiesen ist er allerdings nicht. Erste Radiokohlenstoffanalysen datieren die Mauer zwischen 200 und 10 vor Christus. Die Befunde passen zu einer Besiedlung am Ende der Eisenzeit und einer Zerstörung durch Feuer. Eine genaue Datierung des Brandes auf das Jahr 52 vor Christus ist damit jedoch noch nicht möglich. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, ob der Wall tatsächlich zum gallischen Lutetia des Stammes der Parisii gehörte. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.09.2026, Seite 10, Feuilleton

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