Nachschlag: Revolte intern
→ Under the Silver Lake. Di., 1.15 Uhr, ZDF Neo
Sam lebt in L. A., ohne Job, ohne Geld. Er folgt dem Credo Arno Dübels: Sein Tag ist einfach voll, wann soll er da noch arbeiten gehen? Comics, Gaming, Bierdosen, Filme und die Nachbarin bespannen. Als die verschwindet, macht Sam sich auf die Suche. Eine Odyssee durch Hollywood, geleitet von geheimen Zeichen. Notorische Orte, bizarre Ikonen, urbane Mythen, Schatzkarten auf Cornflakesschachteln, rückwärts abgespielte Platten, Numerologie, Hobo Codes. Der Zusammenhang zwischen Loserleben und Verschwörungstheorie lässt sich leicht denken. Was, wenn das ganze Chaos einen Sinn hat? Was, wenn Sams Erfolglosigkeit doch nicht vom persönlichen Versagen kommt? Man sieht, wie Verschwörungsglaube funktioniert, als willkürliches Verknüpfen von Äußerlichem, Umdeutung bloßer Dinge als Zeichen und nachträgliches Implementieren von Sinn. Das Gehirn liebt pures Durcheinander nicht, es zieht den sinnlosen Sinn der sinnhaften Sinnlosigkeit vor. So zeichnet sich das Bild einer Kulturindustrie, die jede Gegenbewegung gleich wieder in sich integriert. (fb)
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
