Anno … 37. Woche
1776, 7. September: Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg wird zum ersten Mal in der Geschichte ein U-Boot militärisch eingesetzt. Bei der »Turtle« handelt es sich um eine kleine abgeschlossene Kabine, in der ein Mann Platz hatte und die über mit einer Propellerschraube verbundene Handkurbeln unter Wasser angetrieben werden konnte. Sie konnte allerdings nur etwa zwei Meter tauchen. Ziel war es, Zeitbomben an britischen Kriegsschiffen anzubringen und damit die Blockade amerikanischer Häfen zu brechen. Der von dem Erfinder David Bushnell konstruierten »Turtle« gelang jedoch kein einziger erfolgreicher Angriff.
1836, 11. September: Im Zuge der sogenannten Farrapen-Revolution im Süden Brasiliens rufen Separatisten in der an der Grenze zu Uruguay gelegenen Provinz São Pedro do Rio Grande do Sul die Republik Piratini aus. Ihr Anführer ist der General Antônio de Sousa Neto. 1843 erhält die Republik auch eine Verfassung, doch wird sie nicht anerkannt und die Provinz im März 1845 in den Bundesstaat Brasilien eingegliedern.
1886, 9. September: In Bern wird die Übereinkunft zum Schutz von Werken der Literatur und Kunst als völkerrechtlicher Vertrag angenommen. Die Anerkennung des Urheberrechts, das Künstlern den Schutz ihres geistigen Eigentums in materieller und ideeller Hinsicht garantiert, geht auf die Initiative des französischen Schriftstellers Victor Hugo zurück. Das Deutsche Reich ratifiziert den Vertrag am 5. Dezember 1887.
1951, 7. September: Per Erlass durch Bundespräsident Theodor Heuss wird das Bundesverdienstkreuz eingeführt. Die höchste Verdienstauszeichnung der BRD soll für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen werden. Unter den Trägern finden sich zahlreiche ehemalige Mitglieder der NSDAP, die auch führende Positionen im »Dritten Reich« innehatten.
1951, 8. September: Im Hotel »Bergischer Hof« in Bonn wird der Verband deutscher Soldaten gegründet. Dem Dachverband gehört neben dem 1951 neugegründeten Stahlhelm auch die »Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit der ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS« an. Vor der Gründung waren unter anderem Gespräche mit dem SPD-Vorsitzenden Kurt Schumacher sowie dem DGB-Vorsitzenden Christian Fette geführt worden. Obwohl die Gründung des Verbandes gegen Bestimmungen der Alliierten verstößt, schreitet keine Behörde gegen die Versammlung in der Bundeshauptstadt ein. Eine Distanzierung der Bundeswehr vom Verband deutscher Soldaten erfolgt erst im Jahr 2004.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Berufung möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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