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EU-Grenzregime

Erneut Hunderte Bootsflüchtlinge vor Kreta gerettet

Foto: Elias Marcou/Reuters
Weiter ins Lager Kara Tepe auf Lesbos: Ankunft im Hafen Mytilene nach langer Zeit auf See (23.8.2026)

Athen. Vor der Südküste der griechischen Insel Kreta sind in den frühen Morgenstunden 218 Bootsflüchtlinge auf See entdeckt und in Sicherheit gebracht worden. Das berichteten griechische Medien am Mittwoch unter Berufung auf die Küstenwache. Damit wurden innerhalb von zwei Tagen mehr als 300 Menschen vor der Insel gerettet.

Eine Drohne der EU-Grenzbehörde Frontex entdeckte zunächst zwei Boote mit insgesamt rund 140 Menschen an Bord etwa 15 Seemeilen (28 Kilometer) südwestlich der Hafenstadt Ierapetra. Die Insassen wurden von einem Tanker und einem Patrouillenboot der griechischen Küstenwache aufgenommen und in Sicherheit gebracht. Ein drittes Boot mit 77 Menschen wurde zudem rund 50 Seemeilen (93 Kilometer) südlich von Ierapetra entdeckt. Ein vorbeifahrendes Frachtschiff nahm die Asyslsuchenden an Bord und brachte sie nach Ierapetra.

Bereits am Vortag waren vor der Südküste Kretas und der nahe gelegenen Insel Gavdos 84 Bootsflüchtlinge bei mehreren Einsätzen gerettet worden. Mitte August hatten schon einmal mehr als 300 Menschen die Insel innerhalb von 48 Stunden erreicht; allein am 20. und 21. August erreichten mehr als 200 Menschen innerhalb von 24 Stunden Kreta oder wurden in der Nähe der Insel gerettet; einige Schätzungen gehen sogar von fast 300 Personen aus, berichtete das Portal Infomigrants.net am Mittwoch

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Die Boote starten nach Angaben der griechischen Behörden und von Geretteten meist aus der Region rund um die libysche Hafenstadt Tobruk. Die rund 360 Kilometer lange Route über das Mittelmeer gilt als gefährlich, die Überfahrt dauert in überfüllten, oft seeuntüchtigen Booten in der Regel 36 Stunden oder länger. Lokalen Berichten zufolge sind auf dieser Route in diesem Jahr bisher schätzungsweise rund 250 Menschen ums Leben gekommen.

Kreta und Gavdos sind wichtige Anlaufpunkte für Asylsuchende, die von Nordafrika aus ins EU-Land Griechenland gelangen wollen. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR kamen seit Jahresbeginn bis Mitte August mehr als 11.500 Bootsflüchtlinge auf Kreta an. Der griechische Migrationsminister Thanos Plevris hatte zuletzt erklärt, dass in Libyen mehr als eine halbe Million Menschen auf eine Überfahrt in die EU warteten. In dem von jahrelangem Krieg gezeichneten und faktisch zweigeteilten Land drohen den vor Gewalt und Armut aus ihren Heimatländern Geflohenen Sklaverei und Folterlager – menschenrechtswidrige Zustände, die regelmäßig auch von der UNO geschildert und angeprangert werden.

Das rechts regierte Griechenland stempelt wiederum die in Libyen von Schleppern angeheuerten Teenager, die die Boote steuern, zu Sündenböcken und bringt sie als Schmuggler vor Gericht. Zuletzt traf es auf Kreta vier Jungen aus Südsudan im Alter von 14 bis 17 Jahren. Laut der griechischen Nachrichtenseite Ekathimerini wird ihnen vorgeworfen vier Boote mit insgesamt 229 Menschen an Bord 36 Stunden lang nach Kreta gesteuert zu haben. Es drohen lange Haftstrafen. (dpa/jW)

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Erschienen am 27.08.2026, Ausland

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