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Konflikt in Osteuropa

Russland fahndet nach FAZ-Journalist

Moskau. Russland hat einen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung international zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Gericht in Moskau erließ gegen den Korrespondenten am Mittwoch einen Haftbefehl, wie die Agentur TASS meldete. Ihm werde »Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit« vorgeworfen. Zuvor war der Reporter bereits auf die Fahndungsliste des russischen Innenministeriums gesetzt worden. Bei Interpol war zunächst kein Eintrag zu dem Balkankorrespondenten der FAZ zu finden. Ein Eintrag kann zumindest zu längeren Kontrollen bei Grenzübertritten führen. Unklar ist, ob Serbien – eine Arbeitsregion des Journalisten – das Moskauer Fahndungsgesuch beachten würde.

Anlass für die Maßnahme der russischen Behörden ist eine Frage, die der FAZ-Journalist dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij vor gut zwei Wochen bei dessen Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad gestellt hatte. Er hatte nach TASS-Angaben gefragt, was europäische Länder tun könnten, um »dazu beizutragen, dass mehr Russen getötet werden«. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, bezeichnete dies als Aufruf zur Tötung von Russen. Das sei »unzulässig« und »kriminell«. Die FAZ erklärte, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen. Nach russischem Recht drohen dem FAZ-Journalisten bis zu sechs Jahre Haft. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.08.2026, Seite 6, Ausland

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