Zum Inhalt der Seite
Streit um Kulturzentrum

Trump-Regierung droht mit Abriss des Kennedy Centers in Washington

Foto: AP Photo/Alex Brandon
Bald wieder freie Sicht auf den Potomac? Bauherr Trump hat Pläne für das Kennedy Center (Washington, 15.8.2026)

Washington. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat mit dem Abriss des Kulturzentrums Kennedy Center in Washington gedroht, sollten die Umbaupläne vor Gericht keinen Bestand haben. Ohne Trumps Hilfe werde das Gebäude »weiter verfallen und sich in eine unsichere, heruntergekommene Struktur verwandeln, die abgerissen werden muss«, schrieb der Anwalt des US-Justizministeriums, Brantley Mayers, am Mittwoch in einer Eingabe. Das Gelände könnte nach Mayers’ Angaben dann für eine Art Freiluftamphitheater mit Blick auf den Potomac-Fluss genutzt werden. Das werde zwar dem US-Präsidenten John F. Kennedy nicht gerecht, zu dessen Ehren das Kulturzentrum 1971 eröffnet wurde. Allerdings sei das Amphitheater günstiger zu bauen und zu unterhalten als das jetzige Gebäude, hieß es in dem Dokument.

Die Abrissdrohung ist die jüngste Eskalation im Streit um das Kulturzentrum. Trump hatte der Einrichtung eine »linke« bzw. »woke« Ausrichtung vorgeworfen und sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern gesetzt. Zudem ließ der US-Präsident seinen Namen vor dem Kennedys an der Fassade des Zentrums anbringen. Danach kam es zu einem Einbruch der Besucherzahlen. Nachdem ein Bundesgericht verfügt hatte, Trumps Name müsse von der Fassade wieder verschwinden, beschloss der von Trump eingesetzte Verwaltungsrat kürzlich das Gegenteil. Die geplante Inschrift soll nun lauten: »Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump«. An diesem Donnerstag ist eine Gerichtsanhörung zu Trumps Plänen angesetzt, das Kennedy Center für das Publikum zu schließen und umzubauen. (dpa/jW)

→ Sie können uns auch mit einer Spende unterstützen
Erschienen am 27.08.2026, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen

Heute liegt der jungen Welt das achtseitige Extra »krieg & frieden« kostenlos bei. Die Ausgabe erhalten Sie im gut sortierten Pressehandel für 2,50 Euro.