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14.08.2026, 17:46:10
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Wahlkommission in Sambia stoppt Auszählung nach Gewalt
Lusaka. Nach Berichten über Gewalt gegen Wahlhelfer hat die Wahlkommission im südafrikanischen Sambia die Auszählung und Bekanntgabe von Ergebnissen im ganzen Land vorerst gestoppt. Betroffenen seien gezielt angegriffen und in einigen Fällen bereits ausgefüllte Stimmzettel samt Wahlurnen gestohlen worden, erklärte Wahlleiter Brown Kasaro am Freitag. Die Aussetzung solle binnen 24 Stunden überprüft werden.
Die Entscheidung folgt auf die Präsidentschafts- und Parlamentswahl vom Donnerstag in dem Binnenstaat im südlichen Afrika. Oppositionskandidat Brian Mundubile reklamierte noch vor der Bekanntgabe des Ergebnisses durch die Wahlkommission den Sieg für sich. Seine Allianz habe sowohl die Präsidentschaftswahl als auch die Mehrheit der Parlamentssitze gewonnen, erklärte der 55jährige in einer Videobotschaft.
Mundubile hatte sich bereits direkt nach Stimmabgabe zuversichtlich gezeigt. Vor Reportern sagte er: »Das ist eine Revolution. Die Sambier haben entschieden. Der Wille des sambischen Volkes wird sich bei dieser Wahl mit Sicherheit durchsetzen.« Im Falle seiner Wahl werde er sich auf die Bekämpfung der Armut und die Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen konzentrieren. Der seit 2021 amtierende Präsident Hakainde Hichilema rief dazu auf, die offiziellen Ergebnisse abzuwarten. Sein Team erhalte »ermutigende Ergebnisse«, erklärte er. Die Menschen sollten »friedlich, geduldig und patriotisch« bleiben.
Rund 8,7 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Die offiziellen Ergebnisse sollen bis Montag vorliegen. Erhält keiner der insgesamt 14 Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen, ist eine Stichwahl nötig. Neben dem Staatschef wurden 226 Abgeordnete der Nationalversammlung gewählt.
Im Wahlkampf hatte vor allem die wirtschaftliche Lage des Landes eine Rolle gespielt. Sambia ist nach der Demokratischen Republik Kongo der zweitgrößten Kupferproduzent des afrikanischen Kontinents. China ist bereits ein bedeutender Investor in diesem Sektor, und die Vereinigten Staaten streben eine Ausweitung ihres Zugangs an. Anfang dieses Jahres gerieten die Verhandlungen über eine US-Gesundheitshilfe in Höhe von bis zu zwei Milliarden US-Dollar ins Stocken, nachdem Sambia erklärt hatte, Washington wolle die Gelder an Bergbauabkommen knüpfen.
Nach einem Staatsbankrott im Jahr 2020 hat Hichilemas Regierung die Landeswährung stabilisiert, die Inflation gesenkt und mit Gläubigern eine Umschuldungsvereinbarung erzielt. Viele Menschen leiden dennoch weiterhin unter hohen Lebenshaltungskosten.
Sambia gilt seit seiner Unabhängigkeit 1964 von der britischen Kolonialmacht als eine der stabileren Demokratien im südlichen Afrika. Der Wahlkampf war in diesem Jahr jedoch von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Vorwürfen gegen die Regierung geprägt. Die sambische Menschenrechtskommission hatte unmittelbar vor der Wahl erklärt, sie beobachte Festnahmen von Kandidaten, Unterstützern und Journalisten mit Sorge. (AFP/Reuters/jW)
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