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Entomologie

Kein Zurück

Die Europäische Gottesanbeterin (Mantis religiosa) hat sich in Deutschland sprunghaft verbreitet. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) erfasst auf einem Onlineportal von Bürgerinnen und Bürgern gesichtete Tiere und zählt seit Anfang Juli mehr als 15.000 Meldungen (Stand: Mitte August). »Das ist deutlich mehr als im gesamten letzten Jahr«, schreibt der Nabu auf seiner Internetseite.

Obwohl die Meldungen beim Nabu auf den Fotos und Bestimmungen von Laien beruhen, ist die Bestimmungsquote wegen des besonderen Aussehens des Insekts den Angaben zufolge sehr hoch: 99,9 Prozent der Bilder würden korrekt bestimmt.

Lange kam die Gottesanbeterin nur am Kaiserstuhl im Süden Deutschlands vor, hat sich in den vergangenen Jahren jedoch deutlich im Land verbreitet. Nabu-Pressesprecher für Naturkunde und Naturschutz Helge May erklärt, dass wärmere Temperaturen in Deutschland die Tiere dadurch begünstigten, dass die von den Weibchen abgelegten Eipakete zur Entwicklung Wärme benötigten. »Und da ist der Klimawandel der entscheidende Faktor«, sagte May dem Deutschlandfunk.

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Der Organisation zufolge gibt es mittlerweile viele Tiere entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse sowie ein davon getrenntes Vorkommen von Thüringen bis zur Lausitz und bis in die Hauptstadt. »Heute kann man in ganz Berlin auf Brachen, Schuttflächen oder an sonnigen Wegrändern mit etwas Glück diesem faszinierenden Insekt begegnen«, teilte die Artenschutzreferentin beim Nabu Berlin, Janina Klug, mit.

Durch ihre meist grüne oder braune Färbung ist eine Gottesanbeterin gut getarnt. Sie kann stundenlang unbemerkt ruhen und sich dann im Zeitlupentempo anschleichen. Für den tödlichen Zugriff sei sie perfekt ausgerüstet, heißt es von seiten des Nabu. »Ihre kräftigen Fangarme sind mit zahlreichen Dornen bestückt und können sich rasend schnell bewegen. Einmal in den Fangarmen gibt es für die Beute kein Zurück.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.08.2026, Seite 10, Feuilleton

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