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Nahostkonflikt

Zehn Tage isoliert

Westbank: Weiterhin Terror durch Militär und Siedler

Von Amelie E. Höcker
Foto: Majdi Mohammed/AP/dpa
Aktivisten protestieren gegen die Gewalt in Kusra (14.8.2026)

Nach zehntägiger Blockade des palästinensischen Dorfes Kusra im Westjordanland durch das israelische Militär schaltet sich die UNO ein. Hilfskräfte haben am Montag Wasser, Lebensmittel und Hygieneprodukte in die Westbank gebracht, um die Bevölkerung mit dem Notwendigsten zu versorgen. Das UN-Büro für Menschenrechte verkündet allerdings über die offizielle Website, dass drei palästinensische Familien im Ort weiterhin von Soldaten und Siedlern eingekesselt werden.

Eines der drei Häuser gehört dem US-amerikanischen Palästinenser Loui Ridi, der mit einer Überwachungskamera von den USA aus beobachtete, wie sein Heimatdorf terrorisiert wird. Er sagte gegenüber Reuters, dass er nach Kusra reisen müsse, weil er nicht zulassen könne, dass »Siedler sein Zuhause zerstören«, während er dabei zusehe. Als Ridi am Montag in Kusra ankam, waren sein Bruder und dessen Familie schon tagelang ohne Wasser und Strom.

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Arbeiter, die die Elektrizität und die Wasserversorgung im Dorf wiederherstellen wollten, seien von den extremistischen Siedlern attackiert worden. Auch habe die Armee einige von ihnen festgenommen, so der Sprecher des UN-Generalsekretärs Stéphane Dujarric. Ramiz Alakbarov, stellvertretender UN-Koordinator für den Friedensprozess, kritisierte die Situation und sagte, dass »die jüngsten Entwicklungen im Westjordanland die dringende Notwendigkeit unterstreichen, die Zivilbevölkerung zu schützen, Wohnungen und Eigentum zu sichern und den Zugang zu grundlegenden Versorgungsleistungen zu gewährleisten.«

Die Intervention der UNO hindert Israel allerdings nicht daran, seinen kolonialen Anspruch auf die Westbank weiter gewaltsam durchzusetzen. Die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA berichtete am Dienstag, dass die Armee den nördlichen Zugang zur Stadt Salfit mit einem Eisentor abgeriegelt habe und Bewohnern verweigere, die Stadt zu betreten. Im nördlichen Jordantal beschlagnahmte das Militär 16 Hektar palästinensisches Land, so WAFA unter Berufung auf den palästinensischen Menschenrechtsaktivisten Aref Daraghma. Südlich von Hebron zerstörten Truppen Häuser, Stallungen und Wasserquellen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.08.2026, Seite 7, Ausland

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