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Verdi: Pflegeeinrichtungen für Hitzewellen nicht gewappnet

Foto: Hannes P. Albert/dpa
Alte Menschen sind durch Hitze stark gefährdet. Schon unter normalen Umständen neigen sie dazu, das Trinken zu vernachlässigen (Oberursel, 13.8.2026)

Die Gewerkschaft Verdi macht in einer Mitteilung von Sonnabend auf eine Blitzumfrage unter Beschäftigten in der Altenpflege aus Anlass der diesjährigen Hitzewellen aufmerksam:

Die diesjährigen Hitzewellen haben in den Pflegeeinrichtungen teils dramatische Folgen. Eine stichprobenartige Blitzbefragung von Beschäftigten aus der Altenpflege dokumentiert, dass die hohen Temperaturen eine große Gefahr für pflegebedürftige Menschen und eine extreme Belastung des Personals darstellen. »Ein Großteil der Pflegeeinrichtungen ist für solche Temperaturen nicht gewappnet. Die Aussagen der Beschäftigten zeigen zum Teil erschreckende Zustände«, erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler zu den Ergebnissen der Befragung, an der sich mehr als 300 Beschäftigte aus Einrichtungen unterschiedlicher Trägerschaft beteiligt haben. »Temperaturen von bis zu 45 Grad in einigen Pflegeheimen sind für Beschäftigte unerträglich und können für Bewohnerinnen und Bewohner lebensgefährlich sein.«

Mehrere Beschäftigte berichten in der anonymisierten Befragung von schwerwiegenden gesundheitlichen Komplikationen bis hin zu Todesfällen, die sie auf die Hitze zurückführen. »Diese Schilderungen sind alarmierend. Die aktuellen Erfahrungen müssen Anlass sein, den Investitionsstau in den Pflegeeinrichtungen endlich entschieden anzugehen«, forderte Bühler. Schon seit Jahren kämen die Länder ihrer Verpflichtung zur Finanzierung notwendiger Investitionen nur unzureichend nach, auch der Bund trage hierfür eine Verantwortung. »Bund und Länder müssen dringend ein Sofortprogramm für Hitzeschutz und energetische Sanierung von Pflegeeinrichtungen auflegen. Eine angemessene staatliche Finanzierung von Investitionen würde zudem die hohen Eigenbeiträge senken, die viele Bewohnerinnen und Bewohner überfordern.« Derzeit wird den pflegebedürftigen Menschen ein Großteil der Investitionen in Rechnung gestellt.

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Die Befragung zeige zudem einen deutlichen Zusammenhang zwischen Personalnot, Überlastung und fehlendem Hitzeschutz. »Die schon im Alltag viel zu knappe Personalausstattung kollabiert in Hitzephasen vollständig«, sagte Bühler. »Einerseits kommt es vermehrt zu Krankheitsausfällen, andererseits sollen die Pflegepersonen zusätzliche Maßnahmen zum Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner ergreifen. Diese Maßnahmen brauchen aber Zeit und somit mehr Personal.« Nicht nur Pflegekräfte, auch Beschäftigte aus Service, Küche und Verwaltung berichteten von einer extrem hohen Belastung.

»Erschreckend ist, dass Pflegekräfte immer noch allein in einer Schicht arbeiten müssen, vor allem nachts. 100 Bewohnerinnen und Bewohner und mehr mit einer einzigen Fachkraft sind offenbar keine Ausnahme«, so Bühler. »Professionelle Pflege schließt sich damit aus. Und was ist, wenn dieser einzigen Pflegekraft selbst einmal schlecht wird? Hier läuft etwas grundlegend schief«, betonte die Gewerkschafterin. (…)

Aus Anlass anhaltend hoher Spritpreise und der Übergewinne der Mineralölkonzerne erklärte Stefan Körzell, stellvertretender DGB-Vorsitzender, am Freitag:

Geredet wurde genug, jetzt muss endlich gehandelt werden: Wir brauchen wirksame und schnelle Maßnahmen wie eine Übergewinnsteuer und echte Preis- und Kartellaufsicht. Die Bundesregierung muss den Konzernen Zähne zeigen, statt endlos zu prüfen. Millionen Beschäftigte leiden unter den hohen Spritpreisen. In Anbetracht der Rekordhitze ist gleichzeitig klar: Der Verbrauch von fossilen Brennstoffen muss zügig sinken. Wir erwarten vom neuen Bundesverkehrsminister, dass er die Mobilitätswende vorantreibt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.08.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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