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Hitzewelle in Europa

Strommangel in Rumänien: Konzerne stoppen Produktion

Foto: Andreea Alexandru/AP/dpa
Das AKW Cernavodă, Rumäniens einziges Atomkraftwerk (3.8.2026)

Bukarest. Wegen eines drohenden Stromengpasses haben die Autokonzerne Dacia und Ford ihre Produktion in ⁠Rumänien nach Angaben von Ministerpräsident Ilie Bolojan vorübergehend ⁠eingestellt. Die Werke stünden bis zum 19. August still, sagte der Regierungschef am Montag in Bukarest. Die Firmen seien damit einem Aufruf der ‌Regierung gefolgt, den Energieverbrauch freiwillig zu senken. Durch den Produktionsstopp des US-Konzerns Ford und der Renault-Tochter Dacia ‌sei der landesweite Strombedarf am Montag bereits um 200 Megawatt gesunken. Bolojan fügte hinzu, dass weitere Firmen diesem Beispiel folgten und ⁠ihren Verbrauch ebenfalls drosseln würden.

Auslöser der ‌Stromkrise in Rumänien sind eine Hitzewelle und eine anhaltende Dürre, die zu extrem niedrigen Wasserständen vor allem ​der Donau geführt haben. Infolgedessen musste das Land seine Stromproduktion drastisch drosseln. Unter anderem schaltete der Energiekonzern Nuclearelectrica einen der beiden Reaktoren des Atomkraftwerks Cernavodă ab, weil nicht mehr genug Wasser für die ‌Kühlung durch die Donau fließt. Das Kraftwerk produziert normalerweise etwa ein Fünftel des rumänischen Stromverbrauchs. Derzeit ‌müssten täglich zwischen ‌2.000 und 2.500 Megawatt ⁠Strom ⁠importiert werden, erklärte Bolojan. Der Ministerpräsident erneuerte seinen Appell an Unternehmen, private Haushalte und staatliche ⁠Institutionen, den Stromverbrauch weiterhin freiwillig zu reduzieren.

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Auch im ‌Nachbarland Ungarn ist die Lage angespannt. Das einzige Atomkraftwerk des Landes, Paks, ⁠steht wegen des historischen Niedrigwassers der Donau kurz vor der kompletten Abschaltung. Die Anlage, die normalerweise etwa die Hälfte des ungarischen Stroms liefert, läuft derzeit nur noch mit gut zehn Prozent ihrer Kapazität von zwei Gigawatt. Die letzte verbliebene Turbine könne möglicherweise ‌noch bis Dienstag in Betrieb bleiben, sagte Ungarns Ministerpräsident Péter Magyar. Die Regierung in Budapest rief ebenfalls zum freiwilligen ​Energiesparen auf. Der Pharmakonzern Richter hat bereits angekündigt, seinen Strombedarf ⁠in den kommenden drei Wochen um mehr als die Hälfte zu drosseln. (Reuters/jW)

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Erschienen am 04.08.2026, Kapital & Arbeit

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