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Papa des Tages: Jens Spahn

Von Amelie E. Höcker
Foto: IMAGO/photothek
Daumen hoch für Doppelmoral (4.6.2019)

Exgesundheitsminister Jens Spahn und sein Ehemann Daniel Funke sind Eltern eines Sohnes geworden. »We are family«, verkündete Funke am Mittwoch mit einem gemeinsamen Foto auf Instagram. Man könnte glatt zum Familienglück gratulieren, würden Babys vom Storch geliefert und nicht von Frauen geboren werden. Denn das Kind soll von einer Leihmutter in den Vereinigten Staaten ausgetragen worden sein, berichtete Bild mit Berufung auf das Ehepaar. Der Deal dabei: Geld gegen Körper und Kind.

Leihmutterschaft ist in Deutschland aus gutem Grund illegal: Sie schafft ein Machtgefälle zwischen dem Auftraggeber und der Frau. Durch die Zahlung hoher Summen können sich die Frauen mit dem Verkauf ihres Körpers und des Kindes in einem System von kapitalistischen Zwängen ein Auskommen sichern. Der Körper wird zur Ware, und falls die Frau das Kind doch behalten möchte, droht ein Rechtsstreit mit den wohlhabenden Kunden.

Mit genügend Geld lässt sich das deutsche Verbot umgehen und eine Leihmutter im Ausland bezahlen, so wie es Jens Spahn und sein Partner getan haben sollen. »Privatsache«, würde Spahn vielleicht wie schon beim Kauf seiner Millionenvilla sagen, hätte sich das Gesundheitsministerium unter seiner Leitung nicht im Jahr 2020 gegen eine Teillegalisierung von Leihmutterschaften ausgesprochen.

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Auf eine kleine Anfrage der FDP antwortete das Ministerium damals, bei dem Eizellentransfer in der Leihmutterschaft seien für das Kind »negative Auswirkungen auf dessen Entwicklung im Sinne einer Gefährdung des Kindeswohls zu befürchten«. Aber wen interessiert das Geschwätz von gestern, wenn man heute selbst profitieren kann?

Am Ende bleibt nur, dem Kind ein erfülltes Leben zu wünschen, in der Hoffnung, dass Spahn den Kinderwagen verantwortungsvoller steuert als die Vergabe von Maskengeldern in der Coronapandemie.

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Erschienen in der Ausgabe vom 17.07.2026, Seite 3, Ansichten

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