Früh am Display
Die Mehrheit der Erziehungsberechtigten in Deutschland verzichtet bei ihren Kindern auf strenge zeitliche Beschränkungen am Smartphone und eine konsequente Überwachung der Social-Media-Aktivitäten. Wie die »Postbank Digitalstudie 2026« zeigt, haben viele Mütter und Väter keinen genauen Überblick mehr darüber, wie intensiv und womit der eigene Nachwuchs seine Zeit in der digitalen Welt verbringt. Für die repräsentative Studie wurden im Mai über 3.000 Menschen in Deutschland befragt, darunter 732 Personen mit Kindern im Haushalt. Aus den Ergebnissen ergibt sich ein überraschend freizügiges Bild des digitalen Alltags in den Familien: In 65 Prozent der Haushalte gibt es keinerlei zeitliche Beschränkungen für die tägliche Handynutzung. Auch in den Abendstunden wird der Konsum kaum reguliert – in zwei Dritteln der Familien existiert kein Handyverbot vor dem Schlafengehen. Auffällig ist die lockere Einstellung der Eltern beim Umgang des Nachwuchses mit sozialen Netzwerken wie Tik Tok, Instagram und Youtube. In 57 Prozent der Familien fehlen klare Regeln zur Social-Media-Nutzung durch Minderjährige völlig. Viele Eltern vertrauen statt dessen auf die Eigenverantwortung der Kinder und kontrollieren die Nutzung bewusst nicht. Aus der Postbank-Studie geht auch hervor, dass das digitale Leben der Kinder immer früher beginnt. Die Mehrheit der Heranwachsenden (54 Prozent) erhält ihr erstes eigenes Smartphone zwischen dem neunten und zwölften Lebensjahr. Jedes fünfte Kind besitzt sogar schon spätestens mit acht Jahren ein eigenes Gerät. Hier zeigt sich auch ein deutlicher Generationenunterschied bei den Eltern: Jüngere Eltern (unter 40 Jahren) statten ihren Nachwuchs tendenziell früher mit mobilen Geräten aus – ein Viertel von ihnen übergibt das erste Handy bereits vor dem neunten Geburtstag. Bei den älteren Eltern tun dies nur 14 Prozent. (dpa/jW)
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