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Eva Maria Michelmann ist frei

Bericht: Journalistin aus syrischer Folterhaft entlassen und wieder in BRD

Foto: Maria Castro/ZUMA Press Wire/imago
Der Anwalt der Familie der Journalistin und Solidaritätsproteste sorgten für nötigen Handlungsdruck bei den Behörden (Leipzig, 1.5.2026)

Berlin. Die deutsche Journalistin Eva Maria Michelmann ist offenbar aus der Haft in Syrien freigelassen worden und am Freitag nach Deutschland zurückgekehrt. Das berichtete Spiegel am Freitag nachmittag online unter Berufung auf Informationen des Auswärtigen Amtes in Berlin. Demnach konnte Michelmann Syrien über ein Drittland verlassen und trat von dort aus einen Flug in die BRD an. Michelmann war am 18. Januar in der nordsyrischen Stadt Rakka mutmaßlich von Islamisten zusammen mit ihrem Kollegen, dem kurdischen Journalisten Ahmet Polad, entführt worden.

Nach ihrer Verschleppung gab es wochenlang kein Lebenszeichen von Michelmann. Die Familie der Journalistin konnte erst aufatmen, als Anfang April Kämpfer der kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freikamen – auch sie waren im Januar während der Offensive der Regierungstruppen inhaftiert worden. Mehrere von ihnen berichteten, Michelmann befinde sich in Isolationshaft in der syrischen Metropole Aleppo. Demnach wurde sie sowohl körperlich als auch psychisch gefoltert. Nachdem der Fall auch in der deutschen Öffentlichkeit größere Aufmerksamkeit erfuhr, konnten Vertreter der deutschen Botschaft Michelmann am 23. April in der Haft besuchen. Nach Angaben ihres deutschen Anwalts und der Familie wurde sie damals bereits in Damaskus festgehalten.

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Zur Begründung für Michelmanns Inhaftierung behauptete das syrische Informationsministerium gegenüber der deutschen Seite laut Spiegel-Bericht, dass die Journalistin sich als spanische Mitarbeiterin einer Partnerorganisation der UN ausgegeben und keine offiziellen Dokumente bei sich getragen haben soll, aus denen ihre Identität hervorgehe. Dem widerspricht ihr deutscher Anwalt Roland Meister. Sie sei im Besitz einer Akkreditierung der kurdischen Behörden gewesen. Über den Zustand und Verbleib des kurdischen Journalisten Ahmet Polad war bis Freitag nichts neues bekanntgeworden. (jW)

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Erschienen am 19.06.2026, Ausland

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