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Nachschlag: Schikanen gegen Afghanen

→ Kommentar. Di., 19.05 Uhr, DLF

Foto: Thanassis Stavrakis/AP Photo/dpa
Geflüchtete Afghanen müssen begreifen, dass der Westen niemals ihr Freund war (Kythira, 7.10.2022)

Die Herrschaft der Taliban in Afghanistan wird mit Recht angeprangert. Kein Wunder, dass ein Aufschrei durch die Medien ging, als die EU am Dienstag eine Delegation aus Kabul empfing, um mehr Abschiebungen in das zentralasiatische Land zu ermöglichen. So lehnt auch die Journalistin Annabell Brockhues in ihrem Deutschlandfunk-Kommentar jegliche Gespräche mit den bärtigen Fundamentalisten ab, denen keine internationale Legitimität verschafft werden soll. Doch bei aller Empörung steht ein Elefant im Raum. Das ist das Vorgehen deutscher Behörden, die afghanische Schutzsuchende so schnell wie möglich loswerden wollen und dafür den Taliban erlauben, die afghanische Auslandsvertretung in Berlin weiterzubetreiben. Wie mag sich wohl eine Afghanin fühlen, die den frauenfeindlichen Repressionen in ihrer Heimat entkommen ist – um dann, etwa wegen fehlender Papiere, in die Arme ihrer Verfolger geschickt zu werden? Das ist unzumutbar, doch Schikanen gegen Afghanen sind hierzulande alltäglich. (jt)

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Erschienen in der Ausgabe vom 25.06.2026, Seite 14, Feuilleton

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