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HRW dokumentiert unmenschliche Behandlung durch »M23«-Miliz

Foto: Arlette Bashizi/Reuters
Ein Jahr unter Besatzung der »M23«: Gottesdienst Vertriebener in Goma, der Hauptstadt der Provinz Nordkivu (25.1.2026)

Kinschasa. Die von Ruanda unterstützte »M23«-Miliz hat nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen in der Demokratischen Republik Kongo gewaltsam Tausende Menschen rekrutiert und diese unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten. Seit der Einnahme der Großstädte Goma und Bukavu habe die Miliz »in den von ihr kontrollierten Gebieten groß angelegte Zwangsrekrutierungen und andere Operationen vorgenommen«, erklärte Human Rights Watch (HRW) am Mittwoch.

Die Menschenrechtsorganisation stützt sich in dem Bericht nach eigenen Angaben auf die Aussagen von mehr als hundert ehemals von der Miliz festgehaltene Menschen und anderen Quellen. Unter den Festgehaltenen seien Tausende Mitglieder der kongolesischen Armee, aber auch zunehmen Zivilisten, hieß es. Sie seien einer »unmenschlichen und lebensbedrohlichen« Behandlung ausgesetzt.

Zeugen und ehemalige Rekruten berichteten demnach, dass »Menschen auf der Straße oder aus ihren Wohnungen verschleppt« würden. Sie würden in Kirchen oder Schulen zusammengetrieben und »in provisorischen Haftanstalten oder Militärlagern festgehalten oder an unbekannte Orte gebracht«.

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Kämpfer der Miliz und ruandische Soldaten hätten Tausende Menschen unter Androhung der Todesstrafe dazu gezwungen, sich der M23 anzuschließen, hieß es in dem Bericht. Unter den Verschleppten seien Kinder »im Alter von gerade mal zwölf Jahren«. In den Lagern seien die Menschen Schlägen und schwerer Misshandlung ausgesetzt worden. Auch Hinrichtungen habe es gegeben, erklärte HRW.

Die Gesamtzahl der Todesopfer in diesen Lagern könne erst dann genau ermittelt werden, wenn alle Massengräber freigelegt seien. Berichte von ehemaligen Gefangenen deuteten jedoch darauf hin, dass im Jahr 2025 »Hunderte, vielleicht sogar mehr« Menschen ums Leben gekommen und dass die Lager im Jahr 2026 noch immer in Betrieb gewesen seien, erklärte HRW.

Die von Ruanda unterstützte M23-Miliz hat seit 2021 große Gebiete im Osten der Demokratischen Republik Kongo unter ihre Kontrolle gebracht. Im Dezember unterzeichneten die kongolesische Regierung und die Miliz ein von den USA vermitteltes Friedensabkommen. Die Kämpfe gingen ebenso wie der illegale Abbau von Coltan, Kobalt und Gold weiter. (AFP/jW)

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Erschienen am 11.06.2026, Ausland

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