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Nachschlag: Chuck Crusoe

Cast Away | Fr., 22.30 Uhr, RTL 2

Mit Robinson hat Defoe eine Weltgestalt der Literatur erfunden. 1719, reichlich spät. Auch damals dürfte der Glaube geherrscht haben, dass alle neuen großen Ideen schon irgendwer hatte. Robinson ist ein Archetypus in mehrfacher Hinsicht, er muss, von den Mitteln der Zivilisation befreit, an den Anfang zurückgehen. Alles also noch einmal erfinden, wofür die Menschheit sich Jahrtausende hat Zeit lassen können. Eine Insel wurde Metapher, ein Roman Vorbild. Und seit Georges Méliès (1902) auch Anlass filmischer Adaption. Luis Buñuel versuchte sich 1954. Peter O’Toole porträtierte den Einsamen 1975. Sergio Corbuccis »Robinson jr.« von 1976 war eine grandiose Parodie. 2015 hob Ridley Scott mit »Der Marsianer« die technische Seite der Robinsonade ohne narrative Einbußen auf ein neues Niveau. »Cast Away« versucht ein bisschen von allem zu sein: dramatisch, seelentief, clever, modern und Parodie. Der Volleyball als Freitag war schon ein guter Einfall, der Name des Helden ein possierliches Wortspiel – Chuck C. Noland: see no land. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.06.2026, Seite 14, Feuilleton

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