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26.05.2026
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Rebell gegen das Gefängnissystem
USA: Khalid Raheems Leben war geprägt vom Kampf gegen Masseninhaftierung
Der Name Khalid Raheem sagt vielleicht nicht jedem etwas. Doch für diejenigen, die ihn kannten, war sein Leben ein permanenter Kampf für die schwarze Nation – als Revolutionär, der zum Islam konvertiert war, und als Gefangener, dessen Biographie tief mit Pennsylvanias System der Masseninhaftierung verwoben war. Raheem war zudem ein begnadeter Schriftsteller. In seinem 2021 erschienenen Buch »Panthers That Make Salāt: Memoirs of Incarceration, Survival and Resistance« (Panthers, die das Gebet verrichten: Erinnerungen an Inhaftierung, Überleben und Widerstand) schildert er die Kämpfe ehemaliger Mitglieder der Black Panther Party (BPP), die von den frühen 1970er bis Mitte der 1980er Jahre in Gefängnissen im ganzen US-Bundesstaat Pennsylvania inhaftiert waren. Sie waren Repressionen, Prügelattacken, langandauernden Einschlüssen in Einzelhaft und drakonischen Strafen ausgesetzt.
Raheem verkörperte den großen Einfluss, den Malcolm X auf die Black Panther und andere revolutionäre Gruppen ausübte, deren Mitglieder wie er zum Islam übergetreten waren. Er schrieb über die Tage der Rebellion, des Widerstands und des revolutionären Kampfes als Mitglied der Black Panther sowie als politischer Gefangener in den Staatsgefängnissen von Holmesburg und Graterford, im Staatsgefängnis von Huntingdon, im Staatsgefängnis von Waymart und schließlich wieder in Graterford, das in früheren Zeiten als »die Farm« bekannt war.
Während er wegen Raubüberfällen, um – wie er es selbst ausdrückte – Mittel für revolutionäre Bewegungen zu beschaffen, im Gefängnis saß, wurde er Zeuge des Aufkommens und der Ausbreitung dessen, was wir heute als Masseninhaftierung bezeichnen. Er war jung und daher empfänglich für die Aufsässigkeit und die Leidenschaften der Jugend. Unter den repressiven Bedingungen des Gefängnisses lehnte er sich naturgemäß auf und rebellierte unaufhörlich. Er wurde in die als das »Loch« bezeichnete Isolierzelle geworfen, in andere Gefängnisse strafverlegt und schließlich in das inzwischen geschlossene Zuchthaus Western Penitentiary in Pittsburgh, Pennsylvania, überstellt. Dort traf er auf alte Weggefährten aus Holmesburg und Graterford.
Er versuchte weiterhin, sowohl seine politischen Lehren als Black Panther als auch seine spirituellen Lehren als Muslim in die Praxis umzusetzen. Über ein Jahrzehnt verbrachte er hinter Gittern. 1984 wurde er freigelassen und ließ sich später in Pittsburgh nieder, wo er sich in Initiativen für Frieden zwischen Straßenbanden einsetzte. Dort gründete er die »New Afrikan Independence Party«.
Ich kannte ihn nicht unter dem Namen Raheem, wohl aber als Mitglied der »Black United Liberation Front« in Philadelphia – der BULF –, die vom ehemaligen Panther-Captain Reggie Shell angeführt wurde. Tatsächlich traf ich ihn in beiden Hauptquartieren an der Columbia Avenue an, als er noch unter dem Namen »Bird« bekannt war. Er war dünn wie eine Bohnenstange, hatte ein jugendliches Gesicht und ein Lachen, das von den Wänden widerhallte. Mit diesem jugendlichen Gesicht bleibt er mir in Erinnerung. Khalid Raheem, Revolutionär, Schriftsteller, Gläubiger, Community-Organisator und Aktivist, ist zur Urquelle zurückgekehrt.
→ Übersetzung: Jürgen Heiser
→ Am vergangenen Sonnabend, dem 23. Mai 2026, fand zum Gedenken an Khalid Raheem, der bereits am 14. Februar im Alter von 72 Jahren verstorben war, eine Trauerveranstaltung zur Würdigung seines Lebens und seines Vermächtnisses statt. Zu dieser »Hommage an ein erfülltes Leben – in Erinnerung an einen geliebten Anführer, Vater, Bruder und Großvater« – versammelten sich im Saal der »Community Empowerment Association« (CEA), einer gemeinnützigen Einrichtung der schwarzen Gemeinde von Pittsburgh, zahlreiche Weg- und Glaubensgefährten sowie Familienmitglieder Raheems.
Unmittelbar nach Raheems Tod hatte sein Sohn Jamal die »baldige Beisetzung nach den islamischen Bestattungsriten in Übereinstimmung mit seinem letzten Willen« für den 17. Februar im Restland Memorial Park in Monroeville, Pennsylvania, bekanntgegeben. (jh)
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