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Nachschlag: Unkaputtbar

Macbeth | Sa., 23.25 Uhr, 3sat

Foto: Caliban Films/ZUMA Press Wire/imago
Die Macht zum Greifen nahe

In seiner asketischen Gravität kann Kurosawas »Schloss im Spinnwebwald« (1957) als stimmigste Verfilmung des »Macbeth«-Stoffs gelten. Die Adaption des großen Welles (1948) steht auf der anderen Seite der Skala: eisensteinartig, experimentell, symbolisch. Als Justin Kurzel Michael 2015 fassbendern ließ, war das wenigstens not too shabby. Polanskis »Macbeth« (1971) stinkt gegen diese drei Verfilmungen ab. Was bleibt, sind penetrante Farbtöne, vornehmlich rote. Visuell, nicht bildsprachlich, drastisch, nicht tragisch, effektvoll, nicht originell. Durchgängig besetzt zudem mit schwachen Darstellern. Gutes Schauspiel kann eine schlechte Story nicht retten, indessen schlechtes Schauspiel eine gute Story zerstören. Bloß, die Story von »Macbeth« wäre mit »gut« nicht hinreichend gewürdigt. Wie überhaupt die Magie Shakespeares darin lag, Geschichte und Geschichten zugleich erzählen zu können. Selbst in dieser Gestalt, die Polanski dem Drama gab, bleibt der »Macbeth« genießbar. Das Drama widersteht seiner Inszenierung. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.05.2026, Seite 14, Feuilleton

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