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06.05.2026
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Gedenken und Feiern anlässlich des Jahrestages der Befreiung vom Faschismus und des Kriegsendes am 8. Mai
Ein Bündnis von über zwanzig Organisationen und Initiativen, darunter Die Linke, DKP, DIDF, Naturfreunde, VVN-BdA, »Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost« und Türkisches Volkshaus, lädt in Frankfurt am Main dazu ein, am 8. Mai 2026 ab 17 Uhr auf dem Paulsplatz die Befreiung von Faschismus und das Ende des Zweiten Weltkriegs zu feiern:
Es bleibt dabei: Der 8. Mai 1945 ist der Tag, der dem deutschen Volk den Auftrag gab, ein neues, demokratisches Deutschland aufzubauen. So sahen es die Überlebenden, die dem Regime des Hitlerfaschismus widerstanden hatten und heimkehrten: Lore Wolf, aus dem Zuchthaus Ziegenhain, Emil Carlebach, aus dem Konzentrationslager Buchenwald, Peter Gingold, aus dem französischen und italienischen Widerstand, oder Wolfgang Abendroth, vom »Strafbataillon 999«. Sie waren entschlossen, »ein neues Deutschland zu schaffen, das nichts, aber auch gar nichts mit den Halbheiten und Schlechtigkeiten jener Republik von Weimar gemein haben dürfte, die auf ihrem vergifteten Boden die faschistische Partei ausgebrütet hatte.« (E. Carlebach)
Dieser Wille für den Aufbau von Demokratie und Freiheit war der gemeinsame Wille, über politische und weltanschauliche Grenzen hinweg. Denn das hatten sie schmerzhaft gelernt: Nur durch ein Zusammenwirken der sozialen Humanisten kann der Faschismus bekämpft werden. Nur gemeinsam ist das Ziel eines demokratischen Deutschlands zu erreichen. Was würden all jene Christen, Liberalen, Konservativen, Kommunisten oder Sozialdemokraten, Arbeiter oder Intellektuellen sagen, die 1945 aus den Trümmern ein neues Deutschland aufbauen wollten, würden sie heute den Zustand dieses Landes, Europas und der Welt sehen. Sie würden uns zurufen, schließt euch zusammen und kämpft! (…) Wir betrachten Antifaschismus als einen Zukunftsentwurf im deutlichen Gegensatz zur weltweiten Rechtsentwicklung. Deshalb streiten wir gemeinsam für eine friedliche Welt, den Ausbau des Sozialstaats und die Realisierung demokratischer Freiheitsrechte. (...)
Die DKP Berlin ruft für den 8. Mai um 16 Uhr zu einer Kundgebung vor dem Museum Berlin-Karlshorst als Ort der Kapitulation, Zwieseler Str. 4, 10318 Berlin auf:
Am 8. Mai 1945 endete die abscheulichste Katastrophe der Menschheitsgeschichte in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte in Berlin-Karlshorst. Der geplante und absehbare Raub- und Vernichtungskrieg kostete Millionen Menschen das Leben. Die Unterzeichnung der Kapitulationsurkunde im Offizierskasino der ehemaligen Pionierschule (der Wehrmacht, jW) besiegelte die militärische Niederlage Deutschlands sowie das Ende der faschistischen Gewaltherrschaft. Deutschland hatte eine beispiellose Schuld auf sich geladen. Tag und Ort der Kapitulation haben eine welthistorisch herausragende Bedeutung. Unser Anliegen ist die Bewahrung der Erinnerung an den Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus. Am Ort der Kapitulation erheben wir unsere Stimme in der historischen Verpflichtung: »Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!«.
Angemessen würdigen wir die herausragenden Leistungen der Sowjetunion, die die Hauptlast des Krieges tragen musste und den größten Blutzoll mit 27 Millionen Todesopfern leistete. Wir danken den Soldaten der Roten Armee, die mit ihrem heldenhaften Widerstand den Sieg über den Faschismus herbeiführten. Wir erinnern daran, dass von Deutschland niemals wieder ein solches grausames Verbrechen ausgehen darf. Wir widersprechen der Bedrohungslüge, von Russland gehe eine Gefahr aus, und der bewussten Geschichtsfälschung durch die Herrschenden. (…)
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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