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04.05.2026
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Berlin: 30.000 Menschen bei »Revolutionärer 1.-Mai-Demonstration«
Das verantwortliche Organisationsbündnis erklärte in einer Mitteilung vom Sonntag die »Revolutionäre 1.-Mai-Demonstration« in Berlin zum Erfolg:
Auch dieses Jahr zog es wieder weit über 30.000 Menschen zur traditionellen 18-Uhr-Demonstration in Berlin auf die Straße. Für Frieden, Freiheit, Solidarität und vor allem gegen Militarismus, Aufrüstung, Wehrpflicht, Sozialabbau und Überwachung protestierten die Teilnehmenden in einem mehrere Kilometer langen Zug. Den Auftakt machte ein Konzert vom Bund der Kommunist:innen mit den Acts Amewu, Kkuba102, Antifuchs, Tape Head & Noni und Ildiko. Danach begann die Demonstration mit sieben unterschiedlichen Blöcken gegen Krieg, Wehrpflicht, Rassismus und Faschismus, für Feminismus, Sozialismus und Internationalismus. Auf Höhe des Görlitzer Parks schloss sich ein achter Block, der sich gegen die geplante Umzäunung des Stadtparks richtete, der Demonstration an.
Die Kreuzberger Straßen waren am zeitigen Abend so voll mit Feiernden und Demonstrierenden, dass die Ordner stellenweise Probleme hatten, die Demo zusammenzuhalten. Dadurch sind zeitweise große Lücken entstanden, die sich aber im weiteren Verlauf wieder schlossen und alle acht Blöcke in den späten Abendstunden den Südstern erreichten.
Trotz zwischenzeitlicher Wartezeiten war die Stimmung durchweg gut und kämpferisch, es waren Sprechchöre wie »Die Reichen wollen Krieg – die Jugend eine Zukunft!« zu hören, Forderungen wie »Nein zum Krieg«, »Rheinmetall entwaffnen – keine Waffenfabrik im Wedding« und »Free Palestine« fanden sich auf zahlreichen Schildern und Transparenten wieder.
Rosa Hikmet, Sprecherin des revolutionären Bündnisses, erklärt: »Auch dieses Jahr war die Demonstration wieder ein voller Erfolg! Es ist uns gelungen, einen Rahmen zu schaffen, in dem die Wut und der Zorn von über 30.000 Menschen Ausdruck finden konnten. Wir haben gemeinsam ein unübersehbares Zeichen gesetzt, dass es auch in diesem Land noch Widerstand gegen die herrschende Politik gibt, dass bei weitem nicht alle einverstanden sind mit der Kriegstüchtigmachung der Gesellschaft und dass wir diesen, trotz ständig steigendem Repressionsdruck, weiter auf die Straßen tragen werden!«
Alexander King, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses für das BSW, solidarisiert sich in einer Erklärung am Sonntag mit dem Journalisten Hüseyin Doğru:
(…) heute zum Internationalen Tag der Pressefreiheit wird es auch von deutschen und Berliner Politikern wieder viele salbungsvolle Worte geben: zum Wert der Pressefreiheit, zu ihrer Bedeutung für die Demokratie. Alles richtig, aber: Sollte der Tag der Pressefreiheit nicht auch Anlass sein, sich schützend vor einen Berliner Journalisten zu stellen, der aus politischen Gründen mit EU-Sanktionen belegt ist, der deshalb seinen Beruf nicht ausüben, seinen Lebensunterhalt nicht bestreiten, seine Familie nicht versorgen kann?
Wenn ich den Fall des Berliner Journalisten Hüseyin Doğru im Europa- und Medienausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses anspreche, rollen die Abgeordneten der anderen Parteien nur mit den Augen und fangen an zu stöhnen. Null Interesse an diesem medienpolitischen Skandal. Ich finde das erschütternd. Ebenso schade ist, dass es bislang keinerlei unterstützende Initiative aus dem Bereich deutscher Menschenrechtsorganisationen, der Kirchen oder der Journalistengewerkschaften gibt.
(…) Mit dem BSW fordere ich die sofortige Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Hüseyin Doğru und gegen andere Journalisten, Analysten und Kommentatoren wie Jacques Baud. (…)
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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