Baselitz auch
Der Maler und Bildhauer Georg Baselitz ist tot. Er starb im Alter von 88 Jahren, wie seine Galerie am Donnerstag bestätigte. Baselitz inszenierte sich gerne als »Wutkünstler«. Sein Kniff: Er malte die Dinge verkehrt herum, auf dem Kopf stehend. Ein Marktwert förderndes Markenzeichen. 1969 entstand mit »Der Wald auf dem Kopf« das erste »Umkehrbild«. Was auch gut ankam und ihm 2004 sogar den Praemium Imperiale einbrachte: Er malte gegenständlich, orientierte sich an der klassischen Moderne (mal impressionistisch, mal kubistisch) und war von unbedingtem Willen zur Skandalnudeligkeit erfüllt. Schon bei seiner ersten Ausstellung 1963 in Westberlin legte Baselitz es auf einen Eingriff der Sittenpolizei an. Politisch war er harter Antikommunist und nie um eine Schmähung der DDR-Kunst verlegen. Studiert hatte er zunächst in Berlin-Weißensee bei Walter Womacka, bevor er die DDR verließ. Baselitz wurde in Sachsen geboren, mit bürgerlichem Namen Hans-Georg Kern. Sein Künstlername ist eine Hommage an seinen Geburtsort Deutschbaselitz – ein Schelm, wer Böses dabei denkt. (dpa/jW)
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