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Musikindustrie

Mehr Gold als gedacht

Liedermacher Reinhard Mey (83, »Über den Wolken«) hat im Verlauf seiner jahrzehntelangen Karriere 21 Goldene Schallplatten erhalten. Nun soll sich die Zahl dieser Auszeichnungen für verkaufte Alben mit einem Schlag verdoppeln: Nach Angaben eines Sprechers des Musikers kommen mindestens 23 Awards dazu, nämlich neben Gold auch einmal Platin und einmal dreifaches Gold, da die bisherigen Daten dazu lückenhaft gewesen seien. Auch der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) bestätigt weitere Auszeichnungen.

May hatte für seine Alben bis Mitte der 70er Jahre mehrere Goldschallplatten bekommen und auch in den vergangenen rund 25 Jahren wieder. Zwischen 1975 und 2000 war das jedoch nicht der Fall gewesen, obwohl Mey auch da regelmäßig erfolgreiche Alben veröffentlicht hatte. »Da haben wir bei seinem Plattenlabel Universal Music eine Überprüfung der Daten veranlasst«, heißt es aus dem Umfeld des Liedermachers.

Beteiligt war demnach auch die Gesellschaft GfK, die jede Woche die deutschen Charts ermittelt. Die Überprüfung zeigte, dass Mey deutlich mehr Awards verdient habe als bisher bekannt. Diese würden nun nachgereicht. Zuvor hatten die Neue Osnabrücker Zeitung und der Tagesspiegel darüber berichtet.

Zwar habe May nie die Plattenfirma gewechselt, allerdings wurde sein Label zweimal übernommen, steht in einem Blog-Eintrag auf Meys Internetseite. Möglich, dass in diesem Zusammenhang Daten verloren gegangen oder nicht mehr beobachtet worden seien.

Der Bundesverband Musikindustrie bestätigte auf Anfrage der dpa, dass Mey mit zusätzlichen 24 Awards aus Deutschland und Österreich für frühere Phasen seiner Karriere ausgezeichnet wird. Dies seien Auszeichnungen des Künstlers zu Veröffentlichungen aus seinen Zeiten beim Label Intercord, das 1994 vom Label EMI übernommen wurde, und bei EMI. Letzteres wurde 2013 von seinem heutigen Label Universal Music übernommen.

Nach Angaben des BVMI obliegt die Anmeldung und Verleihung von Goldenen Schallplatten den Labels. Es handele sich um eine freiwillige Ehrung, der Verband vergebe dafür nach einer Anmeldung ein Echtheitszertifikat für die Verleihungen und registriere die Meldungen.

Seit 1975 gelten für die Auszeichnungen klare Regeln: Laut Verband galt bis 1999, dass ein Musiker 250.000 Alben verkaufen muss, um eine Goldene Schallplatte zu bekommen, für den Platinstatus doppelt so viele. Bis heute, in Zeiten von Streamingdiensten und digitalen Downloads, sanken die Schwellenwerte auf 75.000 Alben für Gold, die doppelte Anzahl für Platin. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 27.04.2026, Seite 10, Feuilleton

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