Nachschlag: Markentreue
Gegenstand ist die Karriere von Frank Lucas, der Ende der 60er bis Anfang der 70er Chef eines Heroinsyndikats in Harlem war. Ridley Scott hatte rund 100 Millionen Dollar investiert, um einen harten Drogenthriller im Stil der 70er möglichst authentisch hinzukriegen. Sein Film ist mit der Ruhe des Abstands ausführlicher, auch melancholischer als die Vorbilder. Zum einen eine Aufarbeitung von Stil (Mode, Musik, Geschichte), zum anderen eine nicht wenig bösartige politische Parabel (uramerikanischer Unternehmergeist, »race« und »crime«). Lucas hat ein Erfolgsrezept: ein »Markenprodukt«. Direkt aus Asien importiertes Heroin, halber Preis, doppelte Qualität. Lucas nennt es »Blue Magic«. In einer sehr bezeichnenden Szene beschuldigt er einen seiner Subunternehmer, das schöne »Blue Magic« zu verschneiden, die Marke zu fälschen, mithin zu ruinieren. »Mach, was du willst, aber nenn’s nicht ›Blue Magic‹. Das ist wie bei Disney, du darfst auch nicht einfach ›Micky Maus‹ irgendwo draufschreiben und Schrott damit verkaufen.« (aha)
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