Nachschlag: One guilty Man
Man staunt mit Rücksicht auf seine tief republikanische Verbitterung über Eastwoods Fähigkeit, in seinen Filmen alle Seiten lebendig werden zu lassen. Stumpfe Propaganda bleibt draußen. »Juror #2« seziert eine Institution, die für beide politischen Lager des Landes heilig ist, das Geschworenengericht. Die stolze Idee von Urteilenden aus der Mitte der Gesellschaft gerät im praktischen Vollzug oft zum Jahrmarkt der Eitelkeiten und affektiv besetzten Entscheidungen. Das Drama beginnt wie »Twelve Angry Men« von Reginald Rose. Ein scheinbar klarer Fall, eine Jury, die schnell nach Hause will, nur ein Korinthenkacker scheißt rein. Also muss man sich noch einmal mit dem Prozess beschäftigen, einfach hingenommene Dinge hinterfragen. Doch dann kommt es anders als bei Rose. Jener eine Geschworene, der Juror #2, hat während der Verhandlung bemerkt, dass das Opfer von ihm, wenn auch versehentlich, getötet wurde. Und versucht nun, den zu Unrecht Verdächtigten rauszuhauen, ohne selbst ins Visier zu geraten. (fb)
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