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Globalisierung in der Antike

Zürich. Das Römische Reich war ein global vernetztes Imperium, dessen Handelsverbindungen auch bis weit nach Asien reichten. Was aus historischen Schriftquellen prinzipiell schon bekannt war, wurde nun durch Analysen der Asche von Räucherschalen aus Pompeji im Detail nachgewiesen. Räucherschalen für Weihrauch und andere Stoffe dienten nicht nur in Tempeln, sondern auch in römischen Privathäusern dem Vollzug von religiösen Riten. Archäologen um Johannes Eber von der Universität Zürich konnten bei den untersuchten Artefakten Spuren von Duftharz feststellen, das wahrscheinlich entweder aus Indien oder aus Gebieten Afrikas südlich der Sahara stammt. Auch über die Art der häuslichen Kultpraxis konnte Näheres herausgefunden werden: So wurde dabei wohl Duftharz verbrannt und dann Wein dazugegossen, wie die Forscher im März in dem Fachblatt Antiquity beschrieben. Die Schalen waren dabei vor bemalten oder mit Skulpturen versehenen Schreinen im Haus plaziert, mit denen bestimmte Schutzgötter verehrt wurden. Wie die Forscher in ihrer Studie herausstellen, handelt es sich bei den Harzrückständen um den ersten archäologischen Nachweis eines importierten Harzes in Pompeji. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.04.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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