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Keilschrift entziffern mit KI

Würzburg/Mainz. Ein neues KI-Tool verspricht bedeutende Fortschritte in der Altorientalistik. Das Tool »­Palaeographicum« (von Palaeographie, der Lehre von alten Schriften) des Hethitologie-Portals Mainz, das seit 25 Jahren Forschungsprojekte zur Geschichte der Hethiter (ab 3.000 Jahren v. u. Z. im Vorderen Orient) zusammenführt, erkennt auf digitalisierten Fotos von Tontafeln einzelne Keilschriftzeichen. Es durchsucht den gesamten Fotobestand auf ähnliche oder identische. Laut der Pressemitteilung der beteiligten Universität Würzburg vom 18. Mai hat das »Palaeographicum« Zugriff auf 70.000 Fotos mit mehr als fünf Millionen Keilschriftzeichen. Durch den KI-gestützten Abgleich soll das Problem behoben werden, dass gleiche Keilschriftzeichen aufgrund des leicht voneinander abweichenden Stils der Schreiber nicht als solche erkannt werden bzw. nur mit hohem menschlichen Arbeitsaufwand. »Das Palaeographicum verändert unsere Arbeit radikal, wir können damit Tausende Arbeitsstunden einsparen«, resümierte Professor Daniel Schwemer, Leiter des Lehrstuhls für Altorientalistik an der Uni Würzburg. Durch die Zuordnung von ­Tontafeln zu einzelnen Schreibern können diese zudem chronologisch besser eingeordnet werden. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 19.05.2026, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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