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Aus: Ausgabe vom 01.04.2026, Seite 15 / Antifaschismus

UK: Große Demonstration in der Hauptstadt

London. Mehrere zehntausend Menschen haben am Sonnabend in London an einer Großdemonstration gegen rechts teilgenommen. Dazu aufgerufen hatte das Bündnis »Together ­Alliance«. Zur Mittagszeit startete der Protestzug von der Straße Park Lane aus, bevor sich die Teilnehmer ab etwa 14 Uhr auf den Bühnen in Whitehall und am Trafalgar Square versammelten, wie die Zeitung The Mirror berichtete. Neben Live-Musik gab es mehrere Redebeiträge, darunter von Parteienvertretern. Die Teilnehmerzahl wuchs laut Veranstalterangaben auf rund 500.000. Die Metropolitan Police will nur zirka 50.000 gezählt haben, wie BBC berichtete.

»Ich glaube, der Wind weht in unsere Richtung«, sagte der sozialistische Liedermacher Billy Bragg dem Mirror. »Der Punkt ist, dass es viel größer ist als die Demonstration, die ­Tommy ­Robinson organisiert hat«, zitierte das Blatt den Vorsitzenden des Bündnisses, ­Kevin Courtney. Der britische Nationalist hatte mit dem von ihm mitorganisierten Aufmarsch »Unite The Kingdom« im Zentrum Londons im September laut Mirror-Bericht schätzungsweise 110.000 Menschen mobilisieren können. Robinson, explizit proisraelisch, trommelt nun für einen Aufmarsch ausgerechnet am 16. Mai – dem Sonnabend nach dem Tag des Gedenkens an die Nakba, die Vertreibung der Palästinenser durch Israel im Jahr 1948.

»Sie haben keine Antworten auf die Probleme in unserer Gesellschaft außer Rassismus, Spaltung und Islamophobie«, sagte Daniel Kebede, Generalsekretär der Bildungsgewerkschaft National Education Union vor Beginn der Kundgebung dem Mirror über die extreme Rechte. »Wir haben Mitglieder, die erst kürzlich eingewandert sind und als Pflegekräfte arbeiten, und ihnen wird gesagt, dass sie noch Jahre länger warten müssen, bevor sie die Staatsbürgerschaft erhalten«, erklärte eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, die mit einer Delegation der Gewerkschaft GMB erschien, gegenüber dem Socialist Worker. »Wir müssen die Menschen daran erinnern, dass es Einwanderer waren, die unser Gesundheitssystem aufgebaut haben.«

Auch die »Palestine Coalition« veranstaltete eine Demonstration, die sich der Route der »Together Alliance« anschloss. Eine kleine proisraelische Gruppe skandierte laut Mirror-Bericht Zwischenrufe. Insgesamt habe die Polizei 18 Menschen festgenommen, weil sie sich für die staatlich verfolgte Gruppe »Palestine Action« ausgesprochen haben sollen, wie die Zeitung The Guardian berichtete. (jW)

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