Erster Transport von Antimaterie
Genf. Wissenschaftlern ist es erstmals gelungen, Antimaterieteilchen zu transportieren – zumindest testweise auf dem Gelände des Forschungszentrums CERN bei Genf. Nur hier, in den Anlagen der dortigen BASE-Kollaboration, ist es möglich, die energiearmen Antiprotonen zu erzeugen. Forscher erhoffen sich Einblicke in grundlegende Fragen der Physik. Ironischerweise ist aber genau dieser Ort für die weitere Untersuchung der Antimaterie ungeeignet. »Die Beschleuniger und Anlagen der Antimateriefabrik erzeugen Magnetfeldschwankungen, die die Genauigkeit unserer Messungen einschränken«, zitierte Scinexx.de den BASE-Sprecher Stefan Ulmer von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Die Antiprotonen sollen also in ein spezialisiertes Labor an der Universität Düsseldorf gebracht werden. Das wirft neue Probleme auf. Die Antiteilchen müssen gekühlt und in der Schwebe gehalten werden. Kommen sie mit normaler Materie in Kontakt, löschen sich beide gegenseitig aus. Die sogenannte BASE-Step-Transportbox enthält entsprechend eine heruntergekühlte Vakuumkammer, in der die Antiprotonen in einer Magnetfalle in der Schwebe gehalten werden. Für längere Transportwege muss die Box jedoch noch weiter aufgerüstet werden. (jW)
links & bündig gegen rechte Bünde
Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.
Mehr aus: Natur & Wissenschaft
-
Radioaktive Reste
vom 31.03.2026 -
Psychiater entdecken Umwelt
vom 31.03.2026
