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Fußballrealität

Lieber nicht

Düsseldorf. Fußballzweitligist Fortuna Düsseldorf nimmt nach Fanprotesten Abstand von der Verpflichtung des israelischen Nationalstürmers Shon Weissman vom FC Granada. Das bestätigte der Klub am Dienstag. Zuvor hatten israelische und deutsche Medien von dem bevorstehenden Transfer berichtet, was Fortuna-Anhänger auf die Barrikaden brachte. Weissman hatte nach dem Angriff militanter Palästinenser auf Israel am 7. Oktober 2023, der Hunderte zivile Opfer gefordert hatte, in den sozialen Medien martialisch Vergeltung gefordert: Gaza solle mit »200 Tonnen Bomben ausgelöscht« werden. Berechtigte Kritik daran blieb nicht aus. In einer noch milde formulierten Protestpetition heißt es: »Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass unser Verein die Werte von Respekt, Inklusion und Gleichheit hochhält und Spieler verpflichtet, die diese Prinzipien verkörpern.« Laut der italienischen Tageszeitung ­­­Il Mattino hatte Weissman mit seinen Social-Media-Accounts auch hetzerische Posts gelikt, in denen es etwa hieß: »Schluss mit Werten; Mitleid oder Menschlichkeit, die man denen gegenüber zeigen muss, ist vorbei.« Oder auch: »Es gibt keine Unschuldigen, wir müssen sie nicht warnen, bevor man sie bombardiert; löscht Gaza einfach aus.« Die Posts waren schnell gelöscht und einem Social-Media-Manager angelastet worden. Dennoch kam es auch in Granada zu Widerstand von Fans gegen Weissmans Einsatz. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 06.08.2025, Seite 16, Sport

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