Livestream der 31. RLK ab 10 Uhr
Gegründet 1947 Sa. / So., 10. / 11. Januar 2026, Nr. 8
Die junge Welt wird von 3063 GenossInnen herausgegeben
Livestream der 31. RLK ab 10 Uhr Livestream der 31. RLK ab 10 Uhr
Livestream der 31. RLK ab 10 Uhr
Online Extra
10.07.2025, 19:43:44 / Kapital & Arbeit

Frankreich: Durchsuchung bei Nestlé wegen behandeltem Mineralwasser

Frankreichs_Justiz_n_86065454.jpg
Ganz natürlich: Eine Flasche Perrier auf einem Cafétisch in Paris (19.5.2025)

Paris. Im Zuge von Ermittlungen wegen unzulässiger Behandlung von Mineralwasser hat die französische Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) den französischen Sitz des Lebensmittelkonzerns Nestlé bei Paris durchsuchen lassen. Die Ermittlungen seien im Februar nach einer Anzeige der Organisation Foodwatch bezüglich Nestlé und Nestlé Waters eingeleitet wurden, teilte die DGCCRF am Donnerstag in Paris mit. Nestlé Waters bestätigte die Durchsuchungen, man kooperiere weiter umfänglich mit den Behörden, sagte eine Sprecherin. Um Mineralwasser von Nestlé (Perrier, Hépar, Contrex, Vittel) gibt es in Frankreich schon länger Wirbel. Der Vorwurf lautet, dass Quellwasser, das zeitweise nicht den Anforderungen entsprach, auf eine für Mineralwasser unzulässige Weise gefiltert und dann dennoch als natürliches Mineralwasser vertrieben worden sein soll. Im Parlament hatte Nestlé-Vorstandschef Laurent Freixe im April vor einem Untersuchungsausschuss sein Bedauern geäußert. Nestlé Waters habe alles getan, um den beanstandeten Praktiken ein Ende zu setzen.

Foodwatch spricht von massivem Betrug und verlangt, dass die Verantwortlichkeiten bei dem Unternehmen sowie bei den Aufsichtsbehörden aufgedeckt werden. »Der größte Lebensmittelkonzern der Welt hat Wasser aus verunreinigten Brunnen illegal gefiltert und als ›natürlich‹ verkauft – ein klarer Fall von Lebensmittelbetrug und zudem vielleicht gesundheitsgefährdend«, sagte der Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland, Chris Methmann. »Wenn globale Konzerne mit der Täuschung von Verbrauchern davonkommen, untergräbt das die Grundlagen der Regulierung der Lebensmittelsicherheit«, fügte er hinzu. (dpa/jW)

links & bündig gegen rechte Bünde

Jetzt den kostenlosen jW-Newsletter abonnieren – täglich das Beste aus der Tageszeitung junge Welt, direkt in Ihr Postfach. Ihre E-Mail-Adresse wird natürlich niemals an Dritte weitergegeben.

Mehr aus: Kapital & Arbeit