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04.10.2024
- → Feminismus
Sexualisierte Gewalt eskaliert in DR Kongo
Goma. Die Hilfsorganisation »Ärzte ohne Grenzen« und das Gesundheitsministerium der Demokratischen Republik (DR) Kongo haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Überlebende sexualisierter Gewalt behandelt als je zuvor. Die Zahlen für 2024 sind ebenfalls alarmierend, wie ein aktueller Bericht aus 17 Projekten in fünf Provinzen zeigt. Allein in der Provinz Nordkivu erhielten danach zwischen Januar und Mai 17.363 Überlebende eine Behandlung – bis 2022 waren es in den fünf Provinzen insgesamt jährlich etwa 10.000 Fälle pro Jahr gewesen. In den allermeisten Fällen waren Frauen und Mädchen von sexueller Gewalt betroffen, so Christopher Mambula von »Ärzte ohne Grenzen«. Zwei Drittel von ihnen hätten einen Angriff mit Waffengewalt erlebt, ein Zehntel der Opfer sei minderjährig.
Seit dem vergangenen Jahr haben sich in Nordkivu die Kämpfe zwischen der Miliz »M23« und kongolesischen Regierungstruppen intensiviert, Hunderttausende sind vertrieben worden. Weil es in den Lagern für Binnenflüchtlinge an Nahrung, Wasser und Erwerbsmöglichkeiten fehlt, müssen Frauen und Mädchen häufig auf der Suche nach Wasser und Feuerholz auf benachbarte Felder und Hügel der Gegend gehen, wo sich bewaffnete Gruppen aufhalten und es zu Übergriffen kommt, so der Bericht. Auch das Fehlen sanitärer Einrichtungen mache Frauen und Mädchen leichter angreifbar. Manche würden beim Versuch, ihre Familien zu unterstützen, Opfer sexueller Ausbeutung. (dpa/jW)
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