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Archäologie

Ostsee: Antifaunistischer Jagdwall entdeckt

Warnemünde. Der Erdenwunder schönstes? Archäologen vom Leibniz-Institut für Ostseeforschung in Warnemünde haben am Grund der Mecklenburger Bucht eine der ältesten menschengemachten Monumentalstrukturen entdeckt. Das 10.000 Jahre alte Bauwerk besteht aus knapp 1.700 großen Felsbrocken, die zu einer fast einen Kilometer langen und etwa einen Meter hohen Mauer aufgereiht sind. Diese Mauer liegt heute in 21 Meter Wassertiefe, entstand aber während der Eiszeit, als dieser Teil der Mecklenburger Bucht nicht überflutet war. Erst vor rund 8.000 Jahren stiegen die Meeresspiegel der Ostsee so weit an, dass auch die Mauern und ihr Umfeld unter Wasser gerieten. Die Platzierung der größten und schwersten Steine an den Knickpunkten der Mauer deutet nach Auffassung der Wissenschaftler eindeutig darauf hin, dass der Bau von Menschenhand stammt. Zu welchem Zweck? »Ähnlich große, menschengemachte Konstruktionen sind aus dieser Region bisher völlig unbekannt«, erklärten die Archäologen. Die Vermutung lautet: Die Blinkermauer bildete eine Barriere, die eiszeitliche Jäger als Jagdhilfe nutzten. Sie könnte Rentierherden umgelenkt und auf natürliche Barrieren wie einen Hügelgrat oder Tümpel zugetrieben haben. Dort konnten die Jäger ihre Beute dann leichter erlegen. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 20.02.2024, Seite 15, Natur & Wissenschaft

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