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EU-Behörde verbietet Meta personalisierte Werbung

Brüssel. Die EU-Datenschutzbehörde EDPB hat dem US-Konzern Meta, dem die Onlineplattformen Facebook und Instagram sowie der Messengerdienst Whats-App gehören, das Schalten personalisierter Werbeanzeigen verboten. Die EDPB habe die zuständige irische Datenschutzbehörde entsprechend angewiesen, »die Verarbeitung personenbezogener Daten für verhaltensbezogene Werbung (…) im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu verbieten«, erklärte die Brüsseler Behörde am Mittwoch. Die irische Behörde soll das Verbot innerhalb von zwei Wochen endgültig erlassen. Eine Woche später würde es dann in Kraft treten. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 02.11.2023, Seite 2, Kapital & Arbeit

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  • Onlineabonnent*in Ulf Gerkan aus Hannover 3. Nov. 2023 um 11:26 Uhr
    Personalisierte Werbung zu verbieten, dürfte die Substanz des Geschäftsmodells von Facebook und Co. treffen. Wo derlei große Medien mit ihrer teils freiwilligen, teils aufgenötigten Zensurpraxis drohen, wahlentscheidenden Einfluss zu gewinnen, ist ein Zurechtstutzen vielleicht kein allzu großer Verlust. Lieber wäre es mir allerdings, wenn die Zensur zurückgefahren würde. Plattformen für freien Meinungsaustausch sind eine Bereicherung für die Demokratie. Sie ganz zu verbieten, wäre aus meiner Sicht falsch. Ich weiß nicht, ob in der kurzen Frist von drei Wochen die geforderte Umprogrammierung der Facebook-Software leistbar sind. Wenn die Programmierer es nicht schaffen, 48 Stunden am Tag zu arbeiten, darf das nicht zum Vorwand werden, das ganze Portal zu verbieten. Wenn die Demokratie schon unbedingt in eine gelenkte Demokratie abgewürgt werden soll, dann wäre mir die russische Variante mit der Petersburger sog. Trollfabrik lieber. Von dort aus wird problematischen Meinungsäußerungen – m. W. vor allem innerrussisch – mit Gegenäußerungen begegnet. So wird das Problem an seiner Wurzel behandelt statt es nur einfach oberflächlich wegzukärchern.
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