-
30.09.2023
- → Feuilleton
Ärger in Antalya
Das bedeutendste Filmfestival der Türkei, das vom 7. bis 14. Oktober zum 60. Mal in Antalya stattfindet, hat nach scharfer Kritik aus der Regierung einen Dokumentarfilm aus dem Wettbewerb genommen. Der Festivalleiter erklärte am Donnerstag abend auf der Plattform X, es seien Ermittlungen gegen ihn eingeleitet worden. Aus dem Grund habe man sich für den Ausschluss des Films »Kanun Hükmü« entschieden. Das Kulturministerium hatte dem Festival zuvor die Unterstützung entzogen und der Leitung vorgeworfen, mit der Zulassung des Films Terrorpropaganda zu unterstützen. Der Film von Nejla Demirci erzählt von Menschen, die nach dem Putschversuch in der Türkei 2016 wegen mutmaßlicher Unterstützung des Umsturzversuchs entlassen wurden. Das Kulturministerium sieht darin Propaganda für die sogenannte Gülen-Bewegung, die von der türkischen Regierung für den Putschversuch verantwortlich gemacht wird. Die Festivalleitung schließt den Film nun schon zum zweiten Mal vom diesjährigen Festival aus. Den ersten Ausschluss hatte die Leitung nach Boykottdrohungen anderer Festivalteilnehmer revidiert. (dpa/jW)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!