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Lieber aufrichtig mit wenig Geld als verlogen und reich
vernetzen 2.0 – Autoren. Heute: Heike Schrader, freie Korrespondentin, Athen
Journalistin war schon immer mein Traumberuf. Angefangen habe ich in den Redaktionen der SchülerInnenzeitung am Gymnasium und der Zeitung des Jugendzentrums Fritzlar in der hessischen Provinz. An der Uni Darmstadt schrieb ich – gemeinsam mit dem heutigen Leiter des Feuilletons von jW, Christof Meueler – am Hochdruck, der einzigen Studierendenzeitung in Westdeutschland mit ISSN-Nummer für Periodika.
Aber erst über einen langen Umweg konnte ich meinen Traum auch verwirklichen. Dabei sehe ich meine journalistische Tätigkeit nicht als Job zum Geldverdienen, sondern habe schon die Absicht, wie man so schön sagt, zur Meinungsbildung beizutragen. Dadurch beschränkt sich zwar die Anzahl der Medien, in denen ich veröffentlichen kann, aber lieber aufrichtig mit wenig Geld als verlogen und reich.
Die junge Welt ist eine einzigartige Zeitung. Eindeutig links, aber gerade durch die Mitwirkung vieler freier Mitarbeiter nicht einseitig. Informativ, und noch wichtiger, auch zum Handeln anregend und anleitend. Man merkt der Zeitung an, daß viele ihrer Autoren in Klassenkampf und sozialen Bewegungen engagiert sind. Im Gegensatz zu anderen ehemals vielversprechenden linken Zeitungsprojekten hat die jW es dabei verstanden, sich nicht von Parteiinteressen einspannen zu lassen. junge Welt zu lesen und für junge Welt zu schreiben schärft das politische Bewußtsein. Und das braucht die Welt heute mindestens so sehr wie die jW mehr Abonnenten.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
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