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Sexkaufverbot: Kritik an Vorstoß

Berlin. Der Bundesverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen lehnt Berichten zufolge den Vorstoß von Unionsfraktionsvize Dorothee Bär ab, den Kauf von Sex in Deutschland zu verbieten. Ein solches Verbot führe für Sexarbeitende in prekären Situationen zu noch schlechteren Arbeitsbedingungen, sagte der Verbandssprecher Kolja-André Nolte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch). »Im Klartext: Gerade diejenigen, die eigentlich gerettet werden sollen, müssen in der Sexarbeit verbleiben.« Das betreffe diejenigen ohne berufliche Alternative. Bär hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, den Kauf von Sex in Deutschland zu verbieten. Die Grünen im Bundestag teilen den Vorstoß den Berichten zufolge ebenfalls nicht. »Wir Grüne sehen ein Sexkaufverbot kritisch«, sagte die frauenpolitische Sprecherin, Ulle Schauws. Die Union mache es sich damit zu einfach. »Wir wissen, dass Prostituierte durch ein Verbot in Gefahr laufen, in die Illegalität gedrängt zu werden.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.09.2023, Seite 15, Feminismus

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