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Vatikan: Tausende Juden vor Nazis versteckt

Rom. Offenbar hat die katholische Kirche in Rom während des Zweiten Weltkriegs mehr als 3.000 Jüdinnen und Juden versteckt. Entsprechende Akten aus dem Biblischen Institut des Vatikans sind am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert worden. Insgesamt finden sich darauf die Namen von 3.600 Menschen, die damals mit Hilfe von katholischen Frauen- und Männerorden Zuflucht gefunden haben sollen. Aus dem Abgleich mit Dokumenten aus dem Archiv von Roms jüdischer Gemeinde ergebe sich, dass 3.200 davon jüdischen Glaubens waren.

Die Dokumente wurden nach der Befreiung der italienischen Hauptstadt im Juni 1944 von einem Jesuitenpater erstellt. Sie waren Grundlage für eine Studie des italienischen Historikers Renzo De Felice 1961, galten seit Jahrzehnten aber als verschollen. Insgesamt ist darin von 4.300 Versteckten die Rede, von denen mehrere hundert bislang jedoch nicht namentlich identifiziert werden konnten. In Rom lebten zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zwischen 10.000 und 15.000 Jüdinnen und Juden. Mehr als 2.000 wurden von Nazitruppen ermordet. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.09.2023, Seite 15, Antifaschismus

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