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KZ-Überlebende Éva Fahidi-Pusztai tot

Weimar. Die ungarische Holocaustüberlebende Éva Fahidi-Pusztai ist tot. Mit großer Trauer habe man erfahren, dass die Überlebende der KZ Auschwitz und Buchenwald und »engagierte Kämpferin für Demokratie und die Menschenrechte« am Montag morgen in Budapest verstorben ist, wie die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora noch am selben Tag unter Berufung auf Fahidis Lebenspartner mitteilte. »Mit ihr verlieren wir eine enge Freundin, die die Gedenkstätte Buchenwald seit Jahrzehnten mit großem Engagement unterstützt hat.« Fahidi-Pusztai starb wenige Wochen vor ihrem 98. Geburtstag. Fast ihre gesamte Familie war im Holocaust ermordet worden.

Als Tochter eines großbürgerlichen jüdischen Holzhändlers kam Éva Fahidi am 22. Oktober 1925 im ungarischen Debrecen zur Welt. Die Familie konvertierte 1936 zum Katholizismus. Nach der Besetzung Ungarns durch die deutsche Wehrmacht im Frühjahr 1944 musste die Familie Fahidi ins Ghetto übersiedeln und wurde später ins Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt, wo Fahidis Mutter und ihre jüngere Schwester in der Gaskammer ermordet wurden. Der Vater starb an den Bedingungen im Lager. Im März 1945 von US-Truppen aus dem hessische Außenlager Münchmühle des KZ Buchenwald befreit, kehrte Éva Fahidi nach Ungarn zurück. Sie arbeitete dort später im Außenhandel, 1989 gründete sie ein eigenes Unternehmen. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.09.2023, Seite 15, Antifaschismus

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