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Bericht: »Ortskräfte« in Mali bitten BRD um Schutz

Foto: Kay Nietfeld/dpa
Lassen auch lokale Dolmetscher und andere Hilfskräfte für sich arbeiten: Bundeswehr-Soldaten im Camp Castor in Gao (9.4.2022)

Hamburg. Eine Gruppe von Menschen, die für die Bundeswehr im westafrikanischen Mali tätig waren, haben die Bundesrepublik offenbar um Schutz gebeten. »Da wir mit den Soldatinnen und Soldaten vor Ort zusammenarbeiten, stellt das eine Gefahr für uns und unsere Familien dar«, heißt es laut Spiegel-Bericht vom Montag in einem Brief. Dieser war demnach von etwa 20 Übersetzern bereits Anfang Juli verfasst worden, nachdem feststand, dass die Bundeswehr nicht wie zunächst geplant bis Ende Mai 2024 abzieht, sondern wie die gesamte UN-Mission »Minusma« schon in diesem Jahr. Das Schreiben wurde laut Spiegel von der Bundesregierung erst jetzt dem ebenfalls adressierten Bundestag weitergeleitet.

»Wir haben hier in Mali Nachrichten gesehen, in denen die Terroristen damit drohen, gegen all diejenigen vorzugehen, die für die nationalen und internationalen Streitkräfte gearbeitet haben. Wir fürchten mögliche Vergeltungsmaßnahmen nach dem Abzug dieser Mission«, zitiert das Magazin aus dem Schreiben. Nach Spiegel-Informationen beschäftigt die BRD in Mali aktuell rund 400 einheimische »Ortskräfte«, etwa bei Projekten der Entwicklungszusammenarbeit, als Botschaftsmitarbeiter oder als Helfer für die Bundeswehr. Bei den deutschen Streitkräfte seien es 60, darunter 20 Übersetzer. (AFP/jW)

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Erschienen am 15.08.2023, Ausland

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