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Literatur

Am liebsten im Bett

Der US-amerikanische Schriftsteller Cormac McCarthy ist tot. Er sei am Dienstag im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Santa Fe im US-Bundesstaat New Mexico gestorben, bestätigte seine Agentin am Mittwoch. McCarthy zählte zu den erfolgreichsten und bedeutendsten Autoren seiner Generation in den USA. Stephen King bezeichnete ihn auf Twitter als »vielleicht den größten amerikanischen Schriftsteller meiner Zeit«.

Nach seinem 2006 erschienen Welterfolg »Die Straße« hatte McCarthy rund 16 Jahre lang keinen neuen Roman mehr veröffentlicht. Ende 2022 erschienen seine letzten Werke, die Romane »Der Passagier« und »Stella Maris«. Die beiden inhaltlich miteinander verbundenen Bücher handeln von einem Geschwisterpaar. »Das eine ist ein totaler Knaller und das andere ist auch nicht schlecht«, kommentierte die New York Times.

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McCarthy wurde 1933 in Rhode Island geboren und wuchs als Sohn einer Anwaltsfamilie mit fünf Geschwistern in Tennessee auf. Sein Privatleben versuchte er aus der Öffentlichkeit fernzuhalten. McCarthy gab so wenige Interviews und zeigte sich so selten öffentlich, dass es jüngst sogar für Schlagzeilen sorgte, als einige alte Lokalzeitungsinterviews mit ihm aus den 60er und 70er Jahren wieder auftauchten. Am liebsten bleibe er einfach im Bett, erzählt McCarthy da. »An manchen Tagen hole ich meine Bücher und meine Schreibmaschine und bleibe einfach den ganzen Tag da – oder mehrere Tage.« Er könne auch nicht erklären, wie seine Romane entstünden: »Das ist wie Jazz. Sie kreieren das, während sie spielen, und vielleicht können das nur die verstehen, die das machen.« Und: »Meine Hände übernehmen dann das Denken. Das ist kein bewusster Prozess.«

Berühmt wurde McCarthy dank Hollywood. Der Thriller »No Country for Old Men«, der auf seinem gleichnamigen Roman basiert, gewann 2008 vier Oscars. Auch »All die schönen Pferde« (All the Pretty Horses, 1992) und »Die Straße« wurden verfilmt. (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.06.2023, Seite 10, Feuilleton

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