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UNO hofft auf Frieden im Jemen

Foto: Mohamed al-Sayaghi/Reuters
Vor einer Kundgebung zur Erinnerung an den »arabischen Frühling« im Jemen (Beni Huscheisch, 11.2.2013)

Sanaa. Die Vereinten Nationen sehen nach der Wiederannäherung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran gute Chancen auf Frieden im kriegszerrütteten Jemen. »Ich glaube, wir haben seit acht Jahren keine so ernsthafte Gelegenheit gesehen, Fortschritte bei der Beendigung des Konflikts zu erzielen«, sagte der UN-Sonderbeauftragte Hans Grundberg bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats am Montag in New York. Die Kriegsparteien müssten nun aber mutigere Schritte Richtung Frieden unternehmen.

»Wir müssen eine größere Bewegungsfreiheit von Menschen und Gütern im gesamten Jemen sehen«, sagte Grundberg. Er forderte die Konfliktparteien deshalb dazu auf, wichtige Straßen etwa in Tais im Südwesten des Landes wieder freizugeben sowie den Flughafen der Hauptstadt Sanaa vollständig zu öffnen. »All dies ist nicht nur notwendig, sondern auch erreichbar«, so Grundberg. »Die Parteien dürfen diesen Moment nicht verstreichen lassen, ohne zu einer Einigung zu kommen.«

Der Gefangenenaustausch von fast 900 Menschen am Wochenende habe gezeigt, dass bei Verhandlungen beider Seiten Ergebnisse erzielt werden könnten. Die jemenitische Regierung hatte von Freitag bis Sonntag etwa 700, die Ansarollah (Huthi) hatten im selben Zeitraum rund 180 Gefangene freigelassen.

Die Ansarollah beherrschen weite Teile im Norden des Landes samt der Hauptstadt Sanaa. Die von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten mit Hilfe einer Militärintervention am Leben gehaltene, seit langem nicht mehr demokratisch legitimierte »Regierung« hat ihren Sitz in der Hafenstadt Aden. Die von China in die Wege geleitete Annäherung der beiden Rivalen Saudi-Arabien und Iran weckt nun aber die Hoffnung auf Frieden, zumal es erst kürzlich zu einem Treffen zwischen Vertretern der Ansarollah und Saudi-Arabiens gekommen war. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen am 18.04.2023, Ausland

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