Zum Inhalt der Seite

Weniger humanitäre Hilfe für Jemen als erhofft

Foto: Mohammed Mohammed/XinHua/dpa

Genf. Bei einer Geberkonferenz für den Jemen im schweizerischen Genf sind am Montag nach UN-Angaben weit weniger Spendengelder als erhofft zusammengekommen. »Wir haben heute 31 Spendenzusagen bekommen, die sich auf knapp 1,2 Milliarden Dollar addieren«, erklärte UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths am Ende der Konferenz. Deutschland stellte 120 Millionen Euro bereit.

Die UNO hatte zu Hilfen im Umfang von mehr als vier Milliarden US-Dollar für den Jemen aufgerufen. 4,3 Milliarden US-Dollar (knapp 4,1 Milliarden Euro) seien in diesem Jahr nötig, um mehr als 17 Millionen Menschen in dem Land zu versorgen. Im vergangenen Jahr waren bei einer Geberkonferenz 2,2 Milliarden US-Dollar zusammengekommen.

Die Jemen-Direktorin der Hilfsorganisation Norwegian Refugee Council (NRC), Erin Hutchinson, zeigte sich enttäuscht vom Ergebnis der Geberkonferenz. »Die internationale Gemeinschaft hat gezeigt, dass sie den Jemen aufgegeben hat«, erklärte sie. Dies zeige, dass »einige Menschen weniger wert sind als andere«.

Im ärmsten Land der arabischen Halbinsel herrscht seit Jahren Krieg zwischen den von arabischen Staaten unterstützten Regierungstruppen und den Huthi-Rebellen. Eine Waffenruhe, die im April 2022 in Kraft trat und zwei Mal verlängert wurde, lief im Oktober aus. Die UNO stuft den Krieg und seine Folgen als weltweit schlimmste humanitäre Krise ein.

Die Waffen für den seit 2015 wütenden Krieg im Jemen stammen zu knapp 84 Prozent aus Ländern, die dem NATO-Kriegsbündnis angehören, wie aus den jährlich aktualisierten Datenbanken des Stockholmer Friedensinstituts SIPRI hervorgeht. (AFP/jW)

junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen am 28.02.2023, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!